Krise in Thailand: 15'000 Touristen sitzen auf Phuket fest
Aktualisiert

Krise in Thailand15'000 Touristen sitzen auf Phuket fest

Der von tausenden Demonstranten unter Druck gesetzte thailändische Regierungschef hat einen Rücktritt ausgeschlossen. «Ich werde nicht nachgeben», sagte Samak Sundaravej bei einem öffentlichen Auftritt. Die Proteste gegen ihn legen das öffentliche Leben lahm. Wenige Schweizer sind von der Flughafenblockade betroffen.

Er sei rechtmässig gewählt worden und beuge sich nicht Drohungen. Samak wollte den König nach eigenen Angaben am Samstag in dessen Sommerpalast ausserhalb von Bangkok persönlich über die Lage informieren. Eine erste geplante Audienz war am Freitagabend offenbar nicht zustande gekommen.

König Bhumibol Adulyadej hat zwar keine politische Funktion; spricht er jedoch ein Machtwort, folgen ihm die thailändischen Politiker in der Regel.

Das Oppositionsbündnis «Volksallianz für Demokratie» (PAD) organisiert seit Wochen Proteste gegen die Regierung. Seit fünf Tagen halten tausende Demonstranten das Gelände um einen Regierungskomplex in Bangkok besetzt.

Die Proteste haben sich mittlerweile auf das ganze Land ausgeweitet: Die Eisenbahner streiken aus Solidarität, und Sympathisanten haben den Flughafen auf der Ferieninsel Phuket sowie einen weiteren Flughafen besetzt. 15 000 Touristen sitzen deshalb auf Phuket fest.

Nur wenige Schweizer Touristen betroffen

Von den Flughafenblockaden in Thailand sind bisher nur wenige Schweizer Reisende betroffen. Die Hauptsaison beginne erst im Oktober/November, hiess es bei Reiseveranstaltern am Samstag auf Anfrage. Wie Kuoni-Sprecher Peter Brun sagte, hätten am gestrigen (Freitag) acht Personen heimreisen wollen. Diese seien nun in Hotels untergebracht worden. Am Samstagabend fliegen drei Personen, die nach Thailand wollen, nach Singapur. Von dort werde man weiterschauen, ob der Flughafen in Phuket wieder offen sei oder ob auf einen Flughafen in der Nähe ausgewichen werden könne. Hotelplan hat vorsichtshalber zwei Gäste informiert, die am (morgigen) Sonntag von Phuket in die Schweiz heimkehren wollen. Sie hätten dies locker genommen, sagte eine Konzernsprecherin. Fünf Personen, die ebenfalls am Sonntag nach Phuket wollen, würden allenfalls vorerst in Bangkok untergebracht. Bei TUI waren bislang keine Touristen betroffen. Zunächst hatten sich laut Georg Farago, Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), in der Schweizer Botschaft auch noch keine Schweizer Touristen von sich aus gemeldet, wie dies sonst in Krisenfällen üblich sei.

Proteste gegen Samak nehmen zu

Die Demonstranten verlangen Samaks Rücktritt. Wegen der Proteste rief die Regierung für Sonntag das Parlament zu einer Sondersitzung zusammen, wie die thailändische Nachrichtenagentur TNA am Samstag meldete.

Der Armeechef hat nach einem Bericht der «Bangkok Post» die Forderung des Regierungschefs zurückgewiesen, den Ausnahmezustand auszurufen. Er soll Samak stattdessen zum Rücktritt aufgefordert haben.

Die königstreue «Volksallianz» war 2006 erstmals mit Massenprotesten gegen den damaligen Regierungschef Thaksin Shinawatra in Erscheinung getreten. Thaksin wurde schliesslich in einem unblutigen Militärputsch gestürzt. Samaks Partei setzt sich überwiegend aus Thaksins Weggefährten zusammen.

(SDA/AP)

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