Kantersieg in Trimbach SO: 15:1 – Fussball-Zweitligist haut Gegner die Bude voll
Aktualisiert

Kantersieg in Trimbach SO15:1 – Fussball-Zweitligist haut Gegner die Bude voll

In der zweiten Liga des Kantons Solothurn kam es am Samstag zu einem Rekordsieg: Der SC Fulenbach fegte den FC Trimbach vom Platz. Elf Tore schoss ein Spieler allein.

von
Simon Ulrich
Topskorer Simon Affentranger (Nr. 11) feiert mit Teamkollegen und Trainer Martin Hert (links) den Kantersieg.

Topskorer Simon Affentranger (Nr. 11) feiert mit Teamkollegen und Trainer Martin Hert (links) den Kantersieg.

ZVG

«Ich bin seit 40 Jahren Trainer, aber so etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Martin Hert, Trainer der ersten Mannschaft des SC Fulenbach (SCF). Der Zweitligist konnte am Samstag einen satten 15:1-Kantersieg einfahren. Dies nicht etwa gegen einen Fünftligisten im Solothurner Cup, sondern gegen Liga-Konkurrent Trimbach, der aktuell auf dem fünften Tabellenrang liegt – nur zwei Plätze hinter dem SCF. «Ich kann mich nicht erinnern, dass es in der zweiten Liga jemals einen derart hohen Sieg gab», sagt dazu Roland Stampfli, Präsident des Solothurner Fussballverbands, auf Anfrage.

Jeder Schuss ein Treffer

Das Spiel startete furios. 3. Minute: 1:0 SCF. 4. Minute: 1:1. 5. Minute: 2:1 SCF. Nach einer Viertelstunde waren die Fulenbacher bereits mit 4:1 davongezogen. «Danach kam bei uns richtig Spielfreude auf», sagt SCF-Trainer Martin Hert. Bis zur Halbzeit musste der Trimbach-Keeper neunmal hinter sich greifen. Bis Spielende warens 15 Tore. «Trimbach spielte angriffig, riskierte viel – und wurde brutal bestraft», so die Analyse des Sieg-Trainers.

Mehmet Ozan, Coach des FC Trimbach, zeigt sich frustriert ob der Riesen-Schlappe seiner Equipe. «Es war wie verhext, jeder Schuss des Gegners war ein Treffer», meint er. Viel vorwerfen könne er seinen Mannen nicht, sie hätten gekämpft und versucht, offensiven Fussball zu spielen. Aber: «Der Trainingsbesuch war zuletzt ungenügend.» Besonders leid tue ihm sein Torhüter. «15 Tore hat er sicher noch nie kassiert.» Trotzdem: Beim nächsten Meisterschaftsspiel am kommenden Mittwoch werde derselbe Schlussmann zwischen den Pfosten stehen.

Elf Tore in einem Spiel

Überragende Figur beim SCF war Stürmertank Simon Affentranger. Er traf sage und schreibe elfmal. «Ich habe noch nie auch nur annähernd so viele Tore in einem Spiel geschossen», sagt der Matchwinner, noch immer euphorisiert von der Gala-Vorstellung. Die Top-Leistung kam ihn jedoch teuer zu stehen: «In der Pause versprach ich meinen Teamkollegen zwei Kisten Bier zu spendieren, wenn mir zehn Tore gelingen.»

Bei aller Freude hätten ihm die Trimbacher Spieler mit der Zeit ein wenig Leid getan. «Irgendwann muss dann auch Schluss sein», so Affentranger. Dem Schiedsrichter ging es offenbar ähnlich. Nach genau 90 Minuten pfiff er die Partie ab – die Nachspielzeit erliess er den gebeutelten Trimbachern.

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