Frühling zum Jahreswechsel - 15 Grad! Warum es jetzt so warm ist
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Frühling zum Jahreswechsel15 Grad! Warum es jetzt so warm ist

Warme Luftmassen bescheren der Schweiz derzeit Temperaturen, die so gar nicht zur Jahreszeit passen. Verantwortlich dafür ist der sogenannte Jetstream.

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Prägend für das Wetter sind Luftströmungen in grosser Höhe.

Prägend für das Wetter sind Luftströmungen in grosser Höhe.

Screenshot ch.wetter.com
Ein Hochdruckgebiet bringt milde und trockenere Luft in die Schweiz.

Ein Hochdruckgebiet bringt milde und trockenere Luft in die Schweiz.

Meteoschweiz
Bis zu 15 Grad warm wird es.

Bis zu 15 Grad warm wird es.

Darum gehts

  • 15 Grad Ende Dezember – das Wetter in der Schweiz schlägt derzeit Kapriolen.

  • Beeinflusst wird es von Luftströmungen in grosser Höhe.

  • Am Mittwoch strömte noch Luft aus der Karibik in die Schweiz. Nun kommen mit Winden aus Südwesten wärmere und trockenere Luftmassen.

Bis zu 14 Grad in Zürich, in Basel sogar deren 15 und selbst in La Brévine JU, dem «Sibirien der Schweiz», könnten es 14 Grad werden: Das Wetter gibt sich derzeit so gar nicht winterlich. Wie die Zeitungen von Tamedia schreiben, steigt die Nullgradgrenze heute bis auf 3200 Meter und verhindert Schnee unter 2440 Metern Höhe.

Dabei könnte sogar der eine oder andere Temperaturrekord fallen. Laut Klimatologe Stephan Bader von Meteoschweiz ist das derzeitige Wetter zwar nicht «speziell ungewöhnlich», aber dennoch im Monatsschnitt deutlich wärmer als in den vergangenen Jahren.

Jetstream von bis zu 300 km/h

Verantwortlich dafür sind Höhenströmungen – sogenannte Jetstreams – die Luftmassen in tieferen Schichten beeinflussen und derzeit warme Luft, teils sogar aus der Karibik, hierherbringen.

Gemäss Meteoschweiz brachte ein Jetstream in der Höhe am Mittwoch warme Luft direkt auf die Alpen zu – mit einem Tempo von bis zu 300 km/h. Schliesslich entlud sich die mitgeführte Luftfeuchtigkeit als Regen. Am Donnerstag sind auf den Nachmittag jedoch Aufhellungen zu erwarten.

Generell ist der Ursprung der Luftmassen dafür verantwortlich, welche Temperaturen in den Bergen und im Mittelland vorherrschen. Herrschen im Winter in der Höhe öfter Kaltwetterlagen – etwa wie im vergangenen Januar, als feuchte Polarluft in die Schweiz strömte – wird es auch am Boden entsprechend kälter. Und die tieferen Luftmassen sind es, die unser Wetter prägen.

Einen Trend bezüglich der Häufigkeit von Warm- oder Kaltwetterlagen lässt sich laut Bader zwar nicht erkennen. Er sagt aber: «Die Temperaturentwicklung der letzten Dezemberdekade und der Wintermonate ist primär in die allgemeine Erwärmung der Erdoberfläche eingebunden.» Und diese hält seit Jahren an: In der Arktis etwa sorgt das Abschmelzen des Eises für weniger Reflexion der Sonnenstrahlen und damit eine stärkere Erwärmung des Meeres.

Jetstream wird nicht dauerhaft langsamer

Da sich die Arktis in den letzten Jahrzehnten immer stärker erwärmt hat, ist auch die Temperaturdifferenz zwischen der kühleren Luft im Norden und wärmeren Luftmassen im Süden geringer geworden – man müsste also annehmen, dass der Jetstream, der die Luftschichten trennt, an Kraft verliert. Dennoch gibt es laut Studien (noch) wenig Anzeichen, dass sich die Luftströmungen öfter abschwächen.

In diesem Winter seien Prognosen schwierig, sagt Daniela Domeisen, Atmosphärenforscherin an der ETH Zürich, gegenüber den Zeitungen von Tamedia. Wichtig für die Entwicklung sei der arktische Polarwirbel, der im Herbst jeweils in grosser Höhe (20 bis 50 km) entsteht und Luft über dem Pol von West nach Ost strömen lässt.

Für die kommenden Wochen rechnet Domeisen aber nicht mit einer Erwärmung in der Stratosphäre: «Ich denke also, dass man sich für eine Kältephase in den nächsten Wochen im Moment nicht auf die Stratosphäre verlassen kann», sagt sie. Das lokale Wetter entsteht also in Luftschichten weiter unten. Für die nächsten zehn Tage jedoch steht fest, dass das Wetter bei kurzen Niederschlagsphasen eher sonnig wird und die Temperaturen mit rund acht bis 13 Grad ungewöhnlich hoch bleiben.

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(Newsdesk)

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