15-Jähriger entkam knapp den Kraftwerk-Turbinen
Aktualisiert

15-Jähriger entkam knapp den Kraftwerk-Turbinen

Dramatischer Unfall beim Wehr Port: Als der Motor seines Boots plötzlich abstirbt, treibt der 15-jährige Junge hilflos auf das Wehr zu. Alle
Rettungsversuche schlagen fehl – bis im letzten Moment.

Der 15-jährige Bieler drehte allein eine letzte Runde mit dem Motorboot. Dann wollte er mit seinen drei Kollegen nach Hause. Doch es kam anders: In unmittelbarer Nähe des Wehrs stieg plötzlich der Motor aus. Das Boot trieb schnell auf das Wehr zu.

Schleusenwärter Philip Bögli: «Der Bub versuchte verzweifelt, den Motor wieder in Gang zu bringen.» Deshalb verpasste er die Rettungsbojen, die seit einem tödlichen Unfall vor 3 Jahren vor dem Wehr befestigt sind. «Ich schrie: ‹Wirf den Anker!›», erzählt Bögli. Das versuchte der Junge, doch das Seil rutschte ihm aus der Hand – der Anker versank in der Aare. Auf einen Zuruf von Bögli sprang der Junge ins Wasser und versuchte an Land zu schwimmen. Doch die Strömung war zu stark: Sie riss den Jungen und das Boot in Richtung Turbinen. «Ein Wirbel zog den Buben in die Tiefe», sagt Fritz Brünisholz von der Seepolizei: «Doch er konnte sich gerade noch am Boot festhalten.» Mit letzter Kraft schaffte es der 15-Jährige, sich auf eine Holzplattform beim Rechen zu retten. Brünisholz: «Er hatte Riesenglück.»

Der Jugendliche erlitt nur eine Unterkühlung. Feuerwehr und Seepolizei bargen das Boot per Kran.

Andrea Abbühl

Deine Meinung