Büschiwald bei Bern: 15-Jähriger starb bei Brätelplatz

Aktualisiert

Büschiwald bei Bern15-Jähriger starb bei Brätelplatz

Die Polizei hat am Sonntag die Leiche eines 15-jährigen Jugendlichen im Büschiwald bei Köniz BE gefunden. Der Ort ist bekannt für Partys. Anwohner sind geschockt.

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Nora Camenisch/Sophie Reinhardt

Wegen einer Meldung über eine mögliche Party in der Nacht rückte eine Polizeipatrouille am Sonntagmorgen um 8 Uhr zum Büschiwald aus. Dort machten die Einsatzkräfte einen erschreckenden Fund - sie stiessen auf den leblosen Körper eines 15-jährigen Jugendlichen.

Als die Polizisten vor Ort eintrafen, war keine Party im Gang. Ersten Untersuchungen zufolge gebe es keine Hinweise auf Dritteinwirkung. «Die Todesursache und der Todeszeitpunkt sind derzeit Gegenstand der Ermittlungen», sagt Kapo-Sprecherin Corinne Müller auf Anfrage. Die Polizei sucht Zeugen, insbesondere allfällige Partyteilnehmer.

Wo sonst Kinder spielen starb der Junge

Im Büschiwald gibt es einen Spielplatz, wo Betreuer einer Spielgruppe mit Ästen eine Sitzecke und einen Brätelplatz gebaut hatten. Dort fand wohl am Wochenende eine Party statt: «Der Platz wurde völlig zerstört», sagt eine Frau vor Ort, die am Dienstag den Spielplatz wieder herrichtete. Müll, Zigarettenpapiere, verkohlte Kinderspielsachen und eine zerrissene Plache zeugen noch von der ausgearteten Party. Dort auf dem Waldboden lag auch noch ein Sanitätsinstrument, welches zur Unterstützung der Beatmung dient.

Offenbar war es nicht die erste Party, die im Büschiwald stattfand - im Gegenteil: «Der Büschiwald ist bekannt dafür, dass sich dort immer wieder Jugendliche treffen und feiern», sagt ein Leser-Reporter gegenüber 20 Minuten. In den 90er-Jahren habe sich dort auch die lokale Drogenszene getroffen.

Anwohner haben Angst um Kinder

Bei den Anwohnern in Schliern sitzt der Schock tief. «Ich habe noch gesehen, wie Jugendliche mit Gitarre und Akkordeon in den Wald gegangen sind», sagt eine Anwohnerin. «Am nächsten Tag waren dann Polizisten mit einem Spürhund unterwegs. Da habe ich Angst bekommen», sagt sie weiter. Eine andere Anwohnerin vermutet, dass Drogen oder Alkohol im Spiel waren und sorgt sich nun um ihr Kind. «Ich habe Angst um meinen 11-jährigen Sohn. Ich habe ihm gesagt, er soll die Finger von Alkohol und Drogen lassen», sagt sie gegenüber 20 Minuten.

Nicht nur die Anwohner des Büschiwaldes sind geschockt. «Mich macht sehr betroffen, was passiert ist», sagt Urs Wilk, Sicherheitsvorsteher der Gemeinde Köniz. Er hoffe nun, dass der Fall so rasch als möglich aufgeklärt werde. Bisher habe es im Büschiwald aber nie Probleme gegeben. «Bei der Gemeinde hatten wir keine Klagen wegen Lärm oder ähnlichen Problemen», so Wilk.

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