Schock in Spanien - 15-Jähriger tötet seine Familie – der Polizei gesteht er «gelassen» die Tat
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Schock in Spanien15-Jähriger tötet seine Familie – der Polizei gesteht er «gelassen» die Tat

Im Streit um schlechte Schulnoten tötete der Santiago (15) seine Eltern und seinen kleinen Bruder. Der Fall löst in Spanien einen tiefen Schock aus. Vor allem nachdem bekannt wird, wie der Schüler mit «ungewöhnlicher Gelassenheit» und «ohne Reue» die Tat gestand.

von
Karin Leuthold
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In diesem Haus spielte sich am 8. Februar 2022 eine schreckliche Tat ab: Ein 15 Jahre alter Schüler hat seine Eltern und seinen kleinen Bruder erschossen.

In diesem Haus spielte sich am 8. Februar 2022 eine schreckliche Tat ab: Ein 15 Jahre alter Schüler hat seine Eltern und seinen kleinen Bruder erschossen.

Screenshot ABC
Offenbar hatte es zuvor Streit mit der Mutter um die schlechten Schulleistungen des Teenagers gegeben.

Offenbar hatte es zuvor Streit mit der Mutter um die schlechten Schulleistungen des Teenagers gegeben.

Screenshot ABC
Nachdem er alle drei Mitglieder seiner Familie tötete, versteckte der 15-Jährige die Leichen in einem Schuppen. Dort wurden sie am 11. Februar 2022 entdeckt.

Nachdem er alle drei Mitglieder seiner Familie tötete, versteckte der 15-Jährige die Leichen in einem Schuppen. Dort wurden sie am 11. Februar 2022 entdeckt.

Screenshot ABC

Darum gehts

  • Ein 15-Jähriger in Spanien hat nach einem Streit um schlechte Schulnoten seine Eltern und seinen kleinen Bruder erschossen.

  • Er wohnte drei Tage weiter im Haus und meldete sich vom Schulunterricht ab, mit der Begründung, er habe sich mit Corona infiziert.

  • Der Teenager ist geständig, doch zeigte er bei seiner Einvernahme durch die Polizei keine Reue.

Der Dreifachmord in der Ortschaft La Algoda bei Elche in der Provinz Alicante erschüttert Spanien wie kaum eine andere Tat seit langem. Der 15-jährige Santiago soll am Dienstag nach einem Streit mit seiner Mutter um schlechte Schulnoten das Jagdgewehr des Vaters geholt und die 52-jährige Frau erschossen haben. Dann soll er mit derselben Waffe seinen zehnjährigen Bruder getötet haben. Als sein 51-jähriger Vater drei Stunden später von der Arbeit nach Hause zurückkehrte, tötete der Jugendliche auch ihn.

Anschliessend schleppte er die drei Leichen in einen Schuppen, um sie dort zu verstecken. Der 15-Jährige wohnte nach der Tat drei weitere Tage im Haus und spielte Videogames, beantwortete sogar die Whatsapp-Nachrichten, die seine Mutter bekam. In der Schule gab er an, er habe sich mit Corona infiziert und sei deshalb dem Unterricht ferngeblieben. Erst als eine Tante am Freitag ins Haus kam, um nach ihrer Schwester zu sehen, die auf ihre Anrufe nicht reagierte, gestand der Schüler die Tat. Die Frau alarmierte sofort die Polizei, die den Jugendlichen festnahm.

Geständig, aber ohne Reue

Wie eine Nachbarin der Zeitung «ABC» erzählte, soll die Mutter dem Täter gedroht haben, wegen seiner schlechten Schulleistungen den Internetzugang zu sperren. Auch habe sie sein Handy und sein Tablet konfiszieren wollen, sagte Nachbarin Angelita, die knapp 300 Meter vom Haus der Opfer entfernt wohnt. Ausserdem habe sich die Mutter darüber geärgert, dass ihr Sohn sich geweigert habe, bei der Feldarbeit zu helfen.

Bei seinem ersten Verhör durch die Polizei habe der 15-Jährige «ungewöhnlich emotionslos und gelassen» gewirkt, schreibt die spanische Zeitung «El Mundo». Er habe zwar die Tat auch gegenüber den Behörden eingeräumt, doch dabei keine Reue gezeigt.

«Ein guter Junge», aber «zu faul zum Lernen»

«Wir haben so etwas von Santiago nicht erwartet», sagte ein Mitschüler zu «ABC». Der Täter sei «schüchtern», sagte der Klassenkamerad. In den sozialen Netzwerken, in denen er sehr aktiv gewesen sei, sei er jedoch viel kommunikativer gewesen. Santiago sei immer «ein guter Junge» gewesen, mit guten Schulnoten. Seine akademischen Leistungen hätten jedoch in letzter Zeit nachgelassen. Der Klassenkamerad bezeichnete den Täter als «zu faul zum Lernen».

Internetzugang soll die Familie erst seit zwei Jahren haben, erzählten Zeugen. Die Mutter habe lange keine Wlan-Verbindung im Haus  installieren lassen, da sie sich gegen diese Art von Technologie sträubte.

In der 230'000-Einwohner-Stadt Elche ist die Erschütterung gross. Bürgermeister Carlos González rief am Wochenende eine dreitägige offizielle Trauer aus. «Wir sind alle tief erschüttert, die ganze Stadt ist entsetzt», sagte González am Samstag im Fernsehen nach einer Schweigeminute vor dem Rathaus. «Das sind absolut schreckliche und unerklärliche Ereignisse.» 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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