Unterlassene Nothilfe: Kollegen nach Tod von 15-Jährigem festgenommen
Aktualisiert

Unterlassene NothilfeKollegen nach Tod von 15-Jährigem festgenommen

In Basel wurde ein 15-Jähriger tot in einer Wohnung aufgefunden. Möglicherweise konsumierte er eine unbekannte Substanz. Es besteht der Verdacht auf unterlassene Nothilfe

von
Lucas Orellano
Lukas Hausendorf
1 / 6
In Basel an der Theodor Herzl-Strasse wurde am Montag ein toter Jugendlicher aufgefunden. 

In Basel an der Theodor Herzl-Strasse wurde am Montag ein toter Jugendlicher aufgefunden.

20 Minuten
Der Jugendliche habe möglicherweise eine unbekannte Substanz konsumiert und das Bewusstsein verloren.

Der Jugendliche habe möglicherweise eine unbekannte Substanz konsumiert und das Bewusstsein verloren.

Keystone
Erst Stunden später seien Rettungskräfte alarmiert worden. 

Erst Stunden später seien Rettungskräfte alarmiert worden.

Keystone

In einer Wohnung an der Theodor Herzl-Strasse in Basel wurde am Montag am frühen Abend die Leiche eines Jugendlichen gefunden, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt. Der 15-Jährige, der dort zu Besuch war, hatte sich in einer Gruppe mit anderen Jugendlichen aufgehalten. Möglicherweise habe er eine unbekannte Substanz konsumiert und das Bewusstsein verloren. Die Sanität wurde Stunden später verständigt und konnte nur noch den Tod des Jugendlichen feststellen.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen drei Erwachsene wegen Verdachts auf Unterlassung der Nothilfe ein Verfahren eingeleitet. Eine 15-Jährige wurde zudem durch die Jugendanwaltschaft festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstagmorgen auf Anfrage bekannt gab. Die Festnahme erfolgte ebenfalls wegen des Verdachts auf Unterlassung der Nothilfe.

Die Todesursache ist derzeit Gegenstand der Abklärungen der Kriminalpolizei, der Jugendanwaltschaft und des Instituts für Rechtsmedizin. Hinweise auf eine Dritteinwirkung liegen derzeit keine vor. Es wird im Rahmen mehrerer Einvernahmen geprüft, weshalb die Rettungskräfte erst so spät alarmiert wurden.

Die Spurensicherung durch die Kriminaltechnische Abteilung der Staatsanwaltschaft und das Institut für Rechtsmedizin dauerte bis in die späten Abendstunden. Die Befragungen der involvierten Jugendlichen und Erwachsenen dauern noch an.

Wer sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten sich bei der Kriminalpolizei der Staatsanwaltschaft beziehungsweise der Jugendanwaltschaft Basel unter der Telefonnummer 061 267 71 11 zu melden.

Deine Meinung