Laufen BL: Täter nach versuchtem Femizid zu 15 Jahren verurteilt

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Laufen BL15 Jahre Haft für versuchten Femizid – Täter zieht Berufung zurück

Der Täter hatte im Dezember 2018 versucht, seine damalige Ehefrau mit einem Messer zu töten. Sie überlebte knapp und mit schweren bleibenden Schäden. Jetzt hat er sein Urteil akzeptiert.

von
Steve Last
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Im Januar 2021 verurteilte das Baselbieter Strafgericht einen 51-jährigen Italiener zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren und einem Landesverweis von zwölf Jahren.

Im Januar 2021 verurteilte das Baselbieter Strafgericht einen 51-jährigen Italiener zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren und einem Landesverweis von zwölf Jahren.

20min/Steve Last
Er war in erster Linie des versuchten Mordes an seiner damaligen Ehefrau schuldig gesprochen worden.

Er war in erster Linie des versuchten Mordes an seiner damaligen Ehefrau schuldig gesprochen worden.

Kanton BL/Tom Bisig
Nach der Tat war er aus der Schweiz geflogen, wurde aber von der italienischen Polizei festgenommen und ausgeliefert.

Nach der Tat war er aus der Schweiz geflogen, wurde aber von der italienischen Polizei festgenommen und ausgeliefert.

AFP/Nikolay Doychinov (Symbolbild)

Darum gehts

  • Versuchter Femizid: Urteil und Strafe gegen den Täter von Laufen BL sind rechtskräftig.

  • Der Mann war wegen versuchten Mordes verurteilt worden, nachdem er seine damalige Ehefrau schwer mit einem Messer verletzt hatte.

  • Zunächst hatte er Berufung gegen das Urteil angemeldet, diese aber dann zurückgezogen.

Das Urteil des Baselbieter Strafgerichts ist rechtskräftig und wird vollzogen. Es hatte im November 2021 gegen einen Italiener eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren und einen Landesverweis von zwölf Jahren verhängt. Es befand ihn des versuchten Mordes an seiner damaligen Ehefrau für schuldig. Der Mann hatte sie im Dezember 2018 an ihrem Arbeitsort in Laufen BL schwer mit einem Messer verletzt. Seit dem versuchten Femizid, den die Frau knapp überlebte, ist sie an den Rollstuhl gebunden.

Der Mann hatte sich gegen das Urteil der ersten Instanz gewehrt und eine Neubeurteilung durch das Kantonsgericht gefordert. Diesen Einspruch hat er nun zurückgezogen, wie die Baselbieter Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Der zur Tatzeit 48-Jährige wird seine Strafe absitzen und dann die Schweiz verlassen müssen.

«Geringschätzung des Lebens»

Das Strafgericht hatte die Tat klar als Mordversuch qualifiziert. «Ihr ganzes Verhalten drückt eine Geringschätzung des Lebens Ihrer früheren Frau aus», so der Gerichtspräsident bei der Urteilsverkündung. Zudem erachtete es als erwiesen, dass er die Tat mehrfach angekündigt und seiner damaligen Frau und ihrer Familie gedroht hatte.

Nach der Tat war er aus der Schweiz nach Italien geflohen und wurde international zur Fahndung ausgeschrieben. Laut der Staatsanwaltschaft wurde er im Januar 2019 von der italienischen Polizei festgenommen und danach an die Schweizer Behörden ausgeliefert. 

Protest gegen Gewalt an Frauen

Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen gehen Menschen am Freitag in Basel auf die Strasse. Dieses Jahr richtet sich der Protest gegen Femizide. «Jede zweite Woche wird eine Frau oder als Frau gelesene Person aufgrund ihres Frauseins in der Schweiz getötet. Das darf nicht sein!», schreibt das Frauenhaus beider Basel am Mittwoch.

In der ganzen Schweiz wird während 16 Tagen, bis zum internationalen Tag der Menschenrechte am 16. Dezember, im Rahmen der Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» auf die Gewalt aufmerksam gemacht. Dazu sollen Gebäude in der Schweiz orange beleuchtet werden.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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