Streit Raduner-Areal Horn: 15 Millionen weniger Belastung für Steuerzahlende

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Streit Raduner-Areal Horn15 Millionen weniger Belastung für Steuerzahlende

Seit Jahren wird um die Altlastensanierung auf dem von Giftstoffen belasteten Raduner-Areal in Horn TG gestritten. Nach einem Gerichtsentscheid könnten nun Forderungen von bis zu 15 Millionen Franken auf die Verantwortlichen zukommen – und somit nicht auf die Steuerzahlenden.

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Auf dem Raduner-Areal in Horn TG kam es im August 2015 zu einem Grossbrand. 

Auf dem Raduner-Areal in Horn TG kam es im August 2015 zu einem Grossbrand. 

20min/ News-Scout
Das Areal war schon vor dem Brand schadstoffbelastet. 

Das Areal war schon vor dem Brand schadstoffbelastet. 

20min/ News-Scout

Darum gehts

  • Der Boden des Raduner-Areals in Horn TG wurde vor vielen Jahren mit giftigen Chemikalien belastet. 

  • Die Altlastensanierung kostet mehrere Millionen. 

  • Weil die Firma in Konkurs ging, will sie nicht für die Schäden aufkommen. 

  • Seit Jahren tobt deshalb ein Rechtsstreit.

  • Nun hat das Bezirksgericht Arbon entschieden, dass Forderungen in der Höhe von 15 Millionen Franken gegenüber der Hauptaktionärin der Raduner AG gestellt werden können. 

  • Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig. 

«Das Bezirksgericht Arbon bestätigt die Konkursforderung des Kantons Thurgau im Umfang von 15 Millionen Franken gegenüber der Hauptaktionärin der Raduner AG», teilt das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau am Donnerstag mit. Es geht dabei um die Altlastensanierung auf dem Raduner-Areal in Horn TG. Bekannt wurde das Gelände im August 2015, als es in Horn TG zu einem Grossbrand kam. 

Mit giftigen Chemikalien verseucht

Die Textilfabrik Raduner veredelte im thurgauischen Horn über Jahrzehnte Stoffe. Dabei wurde der Boden des unmittelbar am Bodensee gelegenen Firmengeländes mit giftigen Chemikalien verseucht, vor allem mit chlorierten Kohlenwasserstoffen. Grundsätzlich gilt: Wer für eine Umweltverschmutzung verantwortlich ist, muss die Kosten zur Beseitigung des Schadens bezahlen.  

«Dass die Raduner & Co. AG Verursacherin dieser Belastungen war, ist unbestritten. Damit hätte sie auch den Hauptanteil der Altlastensanierungskosten zu tragen», schreibt das Amt in der Medienmitteilung. «Im März 2009 wurden die letzten Grundstücke veräussert. Der Verkaufserlös von rund 8,3 Millionen Franken wurde sofort an die Hauptaktionärin der Raduner & Co. AG weitergeleitet.» Doch nur einen Tag später wurde die Liquidation der Gesellschaft beschlossen und rund fünf Jahre später – im Februar 2014 – wurde die Bilanz deponiert und der Konkurs eröffnet.

Streit könnte weitergehen

Damit stehen im laufenden Konkursverfahren kaum Aktiven zur Verfügung und der Kanton hätte aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen den Löwenanteil der anstehenden Sanierungskosten zu tragen. «Vor diesem Hintergrund sah sich der Kanton Thurgau veranlasst, eine Forderung von rund 15 Millionen Franken für die nötigen Altlastensanierungen im Konkurs der Raduner & Co. AG einzugeben», so das Amt für Umwelt. Gleichzeitig liess er sich die notwendigen Ansprüche abtreten, um in einem separaten Verfahren den Erlös aus den Grundstücksverkäufen zurückfordern zu können.

Mit dem Gerichtsentscheid ist der Kanton Thurgau seinem Ziel etwas nähergekommen, mit allen möglichen Sicherungsmassnahmen zu verhindern, dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler für die Altlasten-Kosten in Millionenhöhe aufkommen müssen. 

Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig. Somit ist offen, ob sich der Streit noch weiterhinziehen wird.  

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(jeb)

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