Attacke auf Bani Walid: 15 Tote nach Kämpfen im Süden Libyens
Aktualisiert

Attacke auf Bani Walid15 Tote nach Kämpfen im Süden Libyens

In der libyschen Stadt Bani Walid, einer ehemaligen Hochburg des langjährigen Machthabers Gaddafi, wird seit Mittwoch wieder gekämpft. 15 Menschen starben, fast 80 wurden verletzt.

Ein Milizsoldat bewacht an der Grenze zu Bani Walid einen Checkpoint.

Ein Milizsoldat bewacht an der Grenze zu Bani Walid einen Checkpoint.

Bei Kämpfen zwischen Milizen sind in der libyschen Stadt Bani Walid 15 Menschen ums Leben gekommen. Das meldete der Nachrichtensender Al-Arabija am Donnerstag.

Demnach haben Milizionäre, die offiziell dem Verteidigungsministerium unterstehen, Bani Walid ohne Befehl des Generalstabschefs angegriffen. Als sie versucht hätten, in die Wüstenstadt vorzudringen, seien sie auf Widerstand gestossen.

Im Spital von Bani Walid wurden nach Angaben von Vize-Direktor Abdullah al-Mansuri sieben Tote und 75 Verletzte gezählt. Die Angriffe gingen den Angaben zufolge von Gruppen der Ex-Rebellen aus, die sich als Libyscher Schild bezeichnen und unter der Flagge der libyschen Armee im Einsatz waren.

Zufluchtsstätte für Anhänger Gaddafis

Bani Walid, rund 170 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tripolis, war eine Hochburg des langjährigen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Die Stadt wurde im Oktober 2011 von den Aufständischen eingenommen, die gegen die Gaddafi-treuen Einheiten kämpften. In den vergangenen Monaten gewannen aber die Anhänger Gaddafis dort wieder die Oberhand, weshalb der Ort noch immer als Zufluchtsstätte für seine Anhänger gilt.

Die Armeeführung erklärte, sie sei bereit, «reguläre Einheiten der libyschen Armee» in die Stadt zu schicken, um dort «Personen entgegenzunehmen, die per Haftbefehl gesucht werden».

Konflikt nach Entführung

Die Truppen, die Bani Walid schon seit zwei Wochen belagern, gehören zwar auf dem Papier zum Verteidigungsministerium. Sie befolgen jedoch vorrangig Befehle ihrer Kommandanten aus der Stadt Misrata.

In den vergangenen Wochen gab es zunehmend Spannungen zwischen den Städten Bani Walid und Misrata. Auslöser für den Konflikt war die Entführung eines jungen Mannes aus Misrata, der am 20. Oktober 2011 das Versteck von Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi in der Stadt Sirte entdeckt hatte. Omran Schaaban war vor einigen Wochen angeschossen, nach Bani Walid verschleppt und dort gefoltert worden.

Nachdem Parlamentspräsident Mohammed al-Magarief seine Freilassung erreicht hatte, starb Schaaban im Spital an den Folgen der schweren Misshandlungen.

Der Nationale Kongress in Tripolis als höchste libysche Autorität verlangte daraufhin, die Verantwortlichen müssten «wenn nötig mit Gewalt» ausfindig gemacht werden. (sda)

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