Aktualisiert 05.03.2017 12:08

Cannabis-Abgabe150 Basler Kiffer sollen ab 2018 in die Apotheke

In Basel soll ab Herbst 2018 Cannabis an 150 Testpersonen zur Selbstmedikation subjektiver Beschwerden verkauft werden. Der Pilotversuch ist aber noch nicht bewilligt.

von
rob
In Basel soll die Cannabis-Abgabe zur Selbstmedikation subjektiver Beschwerden erfolgen. (Symbolbild)

In Basel soll die Cannabis-Abgabe zur Selbstmedikation subjektiver Beschwerden erfolgen. (Symbolbild)

Keystone/Daniel Karmann

Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis man in Basel legal Cannabis kaufen kann. Die Kantonale Ethikkommission bewilligte in Bern am Freitag die Studie, die über einen regulierten Verkauf an Ausgewählte deren Konsumverhalten untersuchen will. Der Kanton Basel-Stadt legte gleichzeitige die Eckwerte für sein Pilotprojekt fest.

So sollen ab Herbst 2018 während drei Jahren 150 volljährige Studien-Teilnehmer in ausgesuchten Apotheken legal ihr Cannabis beziehen können. Um ihre «subjektiven Beschwerden zu lindern», wie es in der Medienmitteilung des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt heisst. Die Abgabe wird mit einer Studie begleitet. Diese soll untersuchen, wie das Angebot des legalen Cannabiskaufs genutzt wird und wie sich dieser auf das Konsumverhalten der Testgruppe auswirkt.

Mehrere Städte, mehrere Fokusgruppen

In Zürich und Genf sind ähnliche Projekte geplant. Die Fokusgruppen sind hier hingegen «Erwachsene und Jugendliche mit gravierenden Drogenproblemen», wie der «Tages-Anzeiger» berichtete. In Genf wolle man den THC-haltigen Hanf zusätzlich als Medikament abgeben.

Damit der Verkauf in Basel starten kann, muss, wie in Bern, zuerst die zuständige Ethikkommission zustimmen. Daraufhin entscheidet das Bundesamt für Gesundheit (BAG), ob eine Ausnahmebewilligung für Anbau, Einfuhr, Herstellung und Inverkehrbringung erteilt wird oder nicht. Sollte sich das Amt dafür aussprechen, gilt es, die Finanzierung des Pilotversuches sicherzustellen.

Die SVP lehnt das Projekt ab

Opposition gegen den Pilotversuch kommt in Basel bislang einzig von der SVP: Sie lehnt das skizzierte Projekt vehement ab. Es sei «nicht Aufgabe des Staates, illegale Betäubungsmittel im Rahmen von umstrittenen Projekten auf Kosten des Steuerzahlers voranzutreiben», heisst es in einer Medienmitteilung der Partei. Das Volk habe die Legalisierung vor einigen Jahren deutlich abgelehnt – das gelte es zu respektieren.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.