Neue Hockey-Regeln: 153 Zentimeter für mehr Spektakel
Aktualisiert

Neue Hockey-Regeln153 Zentimeter für mehr Spektakel

Die Fans werden sich verwundert die Augen reiben - den Schiedsrichter auspfeifen sollte man aber bleiben lassen. Die neuen Eishockey-Regeln sind revolutionär.

von
Peter Berger

Die auffälligste Änderung in der neuen Eishockeysaison sind die um je 1,53 Meter ­vergrösserten Angriffs- und Verteidigungszonen. In den Stadien wurden deshalb auch die Spielerbänke mit den Bandentüren näher zur Mitte gerückt. Dies auch, damit die Akteure beim Betreten des Feldes nicht gleich im Offside stehen.

Weil die Angreifer in der Offensivzone mehr Platz haben, erwarten die meisten mehr Tore und Spektakel. Vor allem im Powerplay hat sich dies schon bewahrheitet. Die verteidigenden Teams haben jedoch bereits umgestellt. «Sie schützen den Slot besser», sagt SCB-Routinier Martin Plüss. «Ich bin deshalb nicht sicher, ob es automatisch zu mehr gefährlichen Torszenen kommt. Bestimmt wird es für die verteidigende Mannschaft schwieriger, sich gezielt zu befreien.» Weil die Stürmer bei schnellen Gegenstössen einen längeren Weg haben, steigt zudem die Chance für die Verteidiger, den Stürmer noch einzuholen.

Hybrid-Icing

Am meisten zu diskutieren dürfte die neue Regel Hybrid-Icing geben. Bisher wurden unerlaubte Befreiungsschläge konsequent geahndet, um Zweikämpfe von heranspurtenden Spielern an der Bande zu vermeiden. Neu entscheidet ein Linienrichter (in seltenen Fällen auch der Head-Schiedsrichter) jeden Fall einzeln. Wenn der Angreifer eher an die Scheibe kommen kann als der Verteidiger, wird das Spiel nicht unterbrochen. «Hybrid-Icing kann ein Vorteil für die schnellen Spieler sein», denkt der neue Schiedsrichter-Chef Brent Reiber.

Keine iPads mehr an der Bande

Viele Regeln sind klarer formuliert worden. Beispiele: «Wer beisst, erhält eine Matchstrafe», erklärt Reiber. Wer einen Torjubel übertrieben zelebriert oder den Gegner verhöhnt, kassiert eine Disziplinarstrafe. Ein Penaltyschütze darf sich nicht mehr um die eigene Körperachse drehen («Spin-o-rama»). Coaches, Assistenten oder Funktionäre hinter der Bande dürfen keine iPads mehr benützen etc.

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