Start des Effy-29-Prozesses - 16 Berner Hausbesetzern wird der Prozess gemacht

Publiziert

Start des Effy-29-Prozesses16 Berner Hausbesetzern wird der Prozess gemacht

Bei einer Hausräumung im Berner Monbijou-Quartier kam es 2017 zu Tumulten zwischen der Besetzergruppe und der Polizei. Ab dieser Woche nun müssen sich 16 Besetzerinnen und Besetzer vor Gericht verantworten.

1 / 8
Farbbeutel und Feuerwerk: Das Kollektiv «Oh du fröhliche» leistete bei der polizeilichen Räumung heftigen Widerstand.

Farbbeutel und Feuerwerk: Das Kollektiv «Oh du fröhliche» leistete bei der polizeilichen Räumung heftigen Widerstand.

News-Scout
Die Besetzergruppe und die Polizei lieferten sich am 22. Februar 2017 eine regelrechte Strassenschlacht.

Die Besetzergruppe und die Polizei lieferten sich am 22. Februar 2017 eine regelrechte Strassenschlacht.

News-Scout
Die Polizei setzte Gummischrot ein und fuhr mit einem Wasserwerfer auf.

Die Polizei setzte Gummischrot ein und fuhr mit einem Wasserwerfer auf.

News-Scout

Darum gehts

  • Im Februar 2017 eskalierte die polizeiliche Räumung einer Liegenschaft an der Effingerstrasse in Bern.

  • Das Besetzerkollektiv wehrte sich mit Feuerwerkskörpern und Sprengfallen, die Polizei setzte Gummischrot ein.

  • 16 Besetzerinnen und Besetzer müssen sich ab Montag vor dem Berner Regionalgericht verantworten.

  • Unterstützerinnen und Unterstützer des Kollektivs haben zu einer Solidaritätsdemo aufgerufen.

Linksaktivistinnen und -aktivisten und die Berner Kantonspolizei lieferten sich am 22. Februar 2017 eine regelrechte Strassenschlacht. Anlass war die Räumung eines besetzten Hauses an der Effingerstrasse 29 in Bern. Die Hausbesetzerinnen und -besetzer des Kollektivs «Oh du fröhliche» setzten sich mit Feuerwerkskörpern, Blockadevorrichtungen und Sprengfallen zur Wehr, die Polizei antwortete ihrerseits mit Gummischrot und fuhr mit einem Wasserwerfer auf. Nicht weniger als acht Stunden dauerte es, bis «Effy 29» – so nannte das Kollektiv die besetzte Liegenschaft – geräumt und die Besetzerinnen und Besetzer festgenommen waren. Fünf Polizisten und eine angehaltene Person wurden beim Einsatz verletzt.

Ab Montag nun müssen sich 16 Besetzerinnen und Besetzer vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen Gewalt gegen Beamte und Hausfriedensbruch zur Last. Wie der «Bund» unter Berufung auf das Gericht schreibt, verlangt sie Geldstrafen und in einigen Fällen bedingte oder unbedingte Freiheitsstrafen bis zu zwölf Monaten. Ob sich die Beschuldigten vor Gericht äussern werden, ist mehr als fraglich: 14 von ihnen machten im Rahmen der Ermittlungen von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Linksautonome wittern «politischen Prozess»

Linksautonome haben indes zu einer Solidaritätsdemo aufgerufen. An den 16 Angeklagten solle «durch einen politischen Prozess von Oben ein Exempel statuiert» werden, schreiben sie auf Anarchistisch.ch. Dies werde man nicht zulassen: «Zeigen wir uns solidarisch: Mit unseren Herzen vor und im Gericht, mit unseren Aktionen in der ganzen Stadt und mit unseren Stimmen auf der Strasse.»

Die Besetzung der Liegenschaft, die dem Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) gehört, begann am 6. Dezember 2016. Zuvor war das Haus über ein halbes Jahr leer gestanden. Nachdem Dialogversuche zwischen Kollektiv und BBL gescheitert waren, reichte das Bundesamt Strafanzeige ein. Es folgte der gerichtliche Erlass für die Hausräumung. Unmittelbar nach der Räumung sollte die Liegenschaft saniert und für Bürozwecke genutzt werden.

Der Prozess dauert voraussichtlich bis zum 17. Juni.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(sul)

Deine Meinung