Hausräumung Effingerstrasse: 16 gewaltbereite Hausbesetzer vor Gericht
Aktualisiert

Hausräumung Effingerstrasse16 gewaltbereite Hausbesetzer vor Gericht

Mit Sprengfallen wehrten sich Berner Besetzer 2017 gegen die Räumung einer Liegenschaft. In einem Monsterprozess müssen sich 16 gewaltbereite Hausbesetzer verantworten.

von
20m

Am Mittwoch fand in Bern eine Hausräumung statt. Die Besetzer setzten sich heftig zu Wehr.

Es knallte immer wieder laut, Feuerwerk flog durch die Luft, an der Effingerstrasse 29 tobte eine regelrechte Strassenschlacht: Am 22. Februar letzten Jahres räumte eine Delegation der Kapo Bern ein besetztes Haus in der Stadt Bern. Dabei stiessen sie auf heftige Gegenwehr der Hausbesetzer. Sprengfallen waren im Treppenhaus deponiert. Acht Stunden dauerte es, bis die Liegenschaft geräumt und die Besetzer festgenommen waren.

Fünf Polizisten und ein Bewohner wurden beim Einsatz verletzt. Wie die «SonntagsZeitung» nun mitteilt, müssen sich 16 der gewaltbereiten Besetzer vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland für ihre Taten verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen Gewalt gegen Beamte und Hausfriedensbruch zur Last. Anfangs ermittelten die Behörden noch wegen Gefährdung des Lebens und Landfriedensbruch – diese Tatbestände liessen sich jedoch offenbar nicht erhärten.

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In Vollmontur machte sich die Kantonspolizei Bern am frühen Mittwochvormittag auf, um die besetzte Liegenschaft an der Effingerstrasse 29 zu räumen. Dabei stiessen sie auf heftige Gegenwehr.

In Vollmontur machte sich die Kantonspolizei Bern am frühen Mittwochvormittag auf, um die besetzte Liegenschaft an der Effingerstrasse 29 zu räumen. Dabei stiessen sie auf heftige Gegenwehr.

Leser-Reporter/Svene
Die Besetzer schossen Feuerwerk und Abfallkübel auf die Polizisten.

Die Besetzer schossen Feuerwerk und Abfallkübel auf die Polizisten.

Leser-Reporter/Svene
Auch Farbe und Einrichtungsgegenstände wurden gegen die Polizisten eingesetzt.

Auch Farbe und Einrichtungsgegenstände wurden gegen die Polizisten eingesetzt.

Leser-Reporter/Svene

Harte Strafen gefordert

Zwei Drittel der Angeklagten sollen bereits vorbestraft sein. In ihren Registern finden sich Anzeigen wegen Raub, Körperverletzung oder Gewalt und Drohung gegen Beamte, schreibt die Zeitung und beruft sich dabei auf Ermittlerkreise.

2019 soll die Räumung von «Effy 29» vor Gericht verhandelt werden. Noch nie gab es in einem Prozess so viele Beschuldigte wegen Gewalt gegen Polizisten. Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause hofft auf harte Strafen. Denn in der Regel würde Gewalt gegen Beamte leider «zu wenig hart geahndet». Der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB) hofft ebenfalls auf ein klares Zeichen der Richter. Er erachtet eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Tagen als angebracht.

Die Anklageschrift wird während der Hauptverhandlung öffentlich. Diese soll 2019 stattfinden.

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