09.04.2020 13:51

Flüchtlingskrise

1600 junge Flüchtlinge werden ausgeflogen

Die minderjährigen Flüchltinge aus dem Lager Moria auf Lesbos sollen auf die EU-Staaten verteilt werden. In der Schweiz fordern die Landeskirchen einen Akt der Humanität vom Bundesrat.

von
lha
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Die EU will 1600 minderjährige Flüchtlinge aus dem Lager Moria auf Lesbos und angrenzenden Inseln aufnehmen. Auf Moria herrschen katastrophale Zustände, das Lager ist massiv überfüllt.

Die EU will 1600 minderjährige Flüchtlinge aus dem Lager Moria auf Lesbos und angrenzenden Inseln aufnehmen. Auf Moria herrschen katastrophale Zustände, das Lager ist massiv überfüllt.

AP/Michael Varaklas
Bei einem Brand im Camp Mitte März starb ein sechsjähriges Kind. In Moria leben über 20'000 Flüchtlinge, das Lager wurde aber nur für knapp 3000 gebaut. Es kommt regelmässig zu Zwischenfällen.

Bei einem Brand im Camp Mitte März starb ein sechsjähriges Kind. In Moria leben über 20'000 Flüchtlinge, das Lager wurde aber nur für knapp 3000 gebaut. Es kommt regelmässig zu Zwischenfällen.

AP/Panagiotis Balaskas
Seit die Türkei die Grenzen geöffnet hat, kamen allein am Sonntag über 1000 Flüchtlinge und Migranten auf den griechischen Inseln in der östlichen Ägäis an.

Seit die Türkei die Grenzen geöffnet hat, kamen allein am Sonntag über 1000 Flüchtlinge und Migranten auf den griechischen Inseln in der östlichen Ägäis an.

Michael Varaklas

Die Europäische Union will rund 1600 minderjährige Flüchtlinge, mehrheitlich aus dem berüchtigten Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, auf die EU-Mitgliedstaaten verteilen. Die Ausreise der ersten zwölf minderjährigen Flüchtlinge aus Griechenland in ein anderes EU-Land wird am 15. April stattfinden.

Es sollen neun Kinder von der Insel Lesbos, zwei Kinder von der Insel Chios und ein Kind von der Insel Samos nach Luxemburg fliegen. Dies sagte am Donnerstag der stellvertretende griechische Migrationsminister Giorgos Koumoutsakos in Athen.

Die zwölf Kinder sollen zunächst nach Athen kommen und dann von dort nach Luxemburg fliegen. Danach sollen weitere 50 Kinder nach Deutschland gebracht werden. «Diese Kinder werden nach jetziger Planung am Freitag, den 17. April, nach Deutschland fliegen», sagte Koumoutsakos weiter.

Appell an den Bundesrat

Auch die Schweiz soll sich stärker bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise auf den griechischen Inseln engagieren. Die drei Landeskirchen fordern vom Bundesrat einen «Akt der Humanität». Angesichts der katastrophalen Situation der Asylsuchenden auf den griechischen Inseln soll die Gruppe der unbegleiteten Flüchtlinge, die einen familiären Bezug zur Schweiz haben, rasch in die Schweiz evakuiert werden, fordern sie in einem Appell an die Landesregierung.

Bisher seien nur etwa 20 unbegleitete Minderjährige mit einem verwandtschaftlichen Bezug zur Schweiz identifiziert worden. Die wahre Zahl dieser unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden liege jedoch viel höher, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Donnerstag. Es brauche eine grössere Anstrengung der offiziellen Schweiz, um mit den Behörden vor Ort die Einreiseberechtigten zu identifizieren.

«Zeichen der Hoffnung setzen»

«Wir appellieren an den Bundesrat, in den nächsten Tagen ein klares Zeichen der Hoffnung zu setzen und diese verletzlichen und gefährdeten jungen Flüchtlinge in den griechischen Lagern als Asylsuchende in die Schweiz aufzunehmen», fordern die Schweizer Bischofskonferenz, die Evangelisch-reformierte Kirche der Schweiz und die Christkatholische Kirche der Schweiz in dem gemeinsamen Aufruf. (lha/sda)

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