Sexuelle Übergriffe: 169 Polizisten unter Missbrauchs-Verdacht
Aktualisiert

Sexuelle Übergriffe169 Polizisten unter Missbrauchs-Verdacht

Die britische Polizei hat ein Problem: Gegen 169 Polizisten laufen Ermittlungen wegen sexuellen Übergriffen. Die Beamten sollen ihre Position insbesondere bei Frauen und Jugendlichen ausgenutzt haben.

von
jam
Britische Polizisten an einem Einsatz gegen Demonstranten Ende Juli im Süden Englands.

Britische Polizisten an einem Einsatz gegen Demonstranten Ende Juli im Süden Englands.

Die britische Polizei sieht sich massiven Anschuldigungen ausgesetzt. Zahlreiche Beamte sollen die Lage von Verbrechensopfern ausgenutz und Frauen und Jugendliche missbraucht haben. Gegen 169 Polizisten und andere Mitarbeiter der Polizei laufen Ermittlungen, wie der «Guardian» berichtet.

In vielen Fällen soll es sich bei den Opfern um Jugendliche oder um Frauen handeln, die sich in einer besonders schutzbedürftigen Position befanden. Zum Beispiel Opfer von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen oder Drogen- und Alkoholabhängige. Die Beamten hätten ihre Position ausgenutzt.

Offenbar wurde innerhalb der Polizeiführung auf höchster Ebene entschieden, interne Untersuchungen anzustrengen und das Problem prioritär zu behandeln. Die Polizei von Nottingham hat einen Film produziert, der den eigenen Mitarbeitern vorgeführt werden soll. Darin sagt eine Ehefrau: «Ich dachte, er geht zur Arbeit und macht einen professionellen Job. Aber es war alles gelogen. (...) Er war in einer autoritären Position. Und er hat das Vertrauen der Opfer ausgenutzt, ja, das Vertrauen der Öffentlichkeit.»

«Wenn die Menschen der Polizei nicht trauen können, wem dann?»

Eine leitende Polizeimitarbeiterin aus Nottingham kommentiert die Vorfälle: «Wir sind besorgt. Natürlich geschieht so etwas auch in anderen Berufen, in der Kirche und im Lehrpersonal beispielsweise, aber wir haben die grösste Verpflichtung. Wenn die Menschen der Polizei nicht trauen können, wem dann? Jeder Vorfall ist einer zu viel.»

Weil aber nur ein kleiner Teil der Fälle von einer unabhängigen Kommission geprüft wird und der Rest polizeiintern untersucht wird, befürchten Kritiker wie eine Anwältin, die betroffene Frauen vertritt, dass die Opfer verunsichert werden könnten.

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