Verhinderter Attentäter  - 17-Jähriger wollte «alle Muslime töten» und ist auf der Flucht
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Verhinderter Attentäter 17-Jähriger wollte «alle Muslime töten» und ist auf der Flucht

Ein Ostschweizer soll ein Massaker in einer Moschee geplant haben. Der damals 17-Jährige schrieb in den sozialen Medien, dass er «all diese Muslime töten» wolle. Nun befindet er sich auf der Flucht.

von
Lea Gnos
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Ein Jugendlicher aus der Ostschweiz soll in der Schweiz ein Massaker geplant haben. (Symbolbild)

Ein Jugendlicher aus der Ostschweiz soll in der Schweiz ein Massaker geplant haben. (Symbolbild)

REUTERS
Ihm gelang die Flucht aus dem Massnahmezentrum Uitikon. 

Ihm gelang die Flucht aus dem Massnahmezentrum Uitikon.

Tamedia
Justizministerin Karin Keller-Sutter macht sich für das Anti-Terror-Gesetzt stark. 

Justizministerin Karin Keller-Sutter macht sich für das Anti-Terror-Gesetzt stark.

Tages-Anzeiger/Urs Jaudas

Darum gehts

  • Ein Ostschweizer soll in der Schweiz ein Massaker gegen Muslime geplant haben.

  • Der Teenager Miran S. wurde verhaftet.

  • Ihm gelang aber die Flucht.

Ein Jugendlicher aus der Ostschweiz soll in der Schweiz ein Massaker geplant haben. Er befindet sich zur Zeit immer noch auf freiem Fuss. Der Ostschweizer Miran S. (Name geändert) ist voller Hass auf Muslime. 2019 kündigt der damals 17-Jährige in den sozialen Medien an, dass er «all diese Muslime töten» wolle.

Er lud laut «Tages-Anzeiger» Ausschnitte eines Videos des Attentats von Christchurch hoch, bei dem ein australischer Neonazi im März 2019 in zwei Moscheen in Neuseeland 51 Muslime ermordete. Dazu schreibt er: «Irgendwann möchte ich das Gleiche in der Schweiz tun.» Im Chat lässt er auch durchblicken, dass es ganz bei ihm in der Nähe eine Moschee gebe.

Obwohl er von der Kantonspolizei verhaftet wurde, wird er nach kurzer Zeit wieder freigelassen und macht nach kurzer Zeit in seinen Chatgruppen weiter.

Er bestellte in einer Drogerie Sprengstoff

Seine Familie lebt in einem Dorf in der Ostschweiz. Miran S. hat balkanische Wurzeln. Woher kommt dieser Hass auf Muslime? In den sozialen Medien schreibt er mehrmals Sätze wie: «Ich habe Vorläuferstoffe bestellt, ich kann Bomben basteln, ich habe Waffen.» Die Familie von Miran S. behauptet, er meine seine Drohungen nicht ernst.

Miran S. soll in einem Onlineshop einer Drogerie 7,5 Kilogramm Aceton, 4 Kilogramm Wasserstoffperoxid und 5 Kilogramm Salzsäure bestellt haben. Die Drogerie wird misstrauisch, blockiert die Bestellung und meldet sie dem Bundesamt für Polizei (Fedpol). Damit habe möglicherweise den hochexplosiven Sprengstoff TATP herstellen wollen. TATP sei schlagempfindlich, sodass sich schon eine ganze Reihe Möchtegern-Attentäter des Islamischen Staats bei der Herstellung versehentlich in die Luft jagten.

Ihm gelang die Flucht aus dem Massnahmezentrum Uitikon

Der heute 19-Jährige wird auch ein zweites Mal verhaftet und länger weggesperrt. Doch ihm gelingt vor einigen Monaten die Flucht aus dem Massnahmenzentrum Uitikon wie Recherchen des «Tages-Anzeigers» zeigen. Er soll sich in den Balkan abgesetzt haben.

Gegen ihn läuft ein Strafverfahren der Jugendanwaltschaft, das bis heute nicht abgeschlossen ist. Die Sicherheitsbehörden des zuständigen Kantons und des Bundes sind involviert. Sie schätzen Miran S. als sehr gefährlich ein. Es gilt die Unschuldsvermutung. Das Fedpol will sich aktuell zur Angelegenheit nicht äussern. Am 13. Juni stimmt die Schweiz über das Anti-Terror-Gesetz ab. Justizministerin Karin Keller-Sutter macht sich dafür stark. Sie erwähnte dabei auch Miran S.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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