Aktualisiert 18.09.2007 10:34

17 Jahre Ausbildung

Hatte ein fünfjähriges Kind 1980 in der Schweiz eine Ausbildungsdauer von 14,5 Jahren zu erwarten, so waren es im Jahr 2005 bereits 16,9 Jahre.

Die OECD veröffentlichte am Dienstag in Berlin die jährlich erscheinende Studie «Bildung auf einen Blick», die anschliessend vom Bundesamt für Statistik mit weiteren Zahlen ergänzt wurde. Laut Studie ist die Bildungsbeteiligung in den meisten OECD-Ländern gestiegen. Hatte ein fünfjähriges Kind 1980 in der Schweiz eine Ausbildungsdauer von 14,5 Jahren zu erwarten, so waren es im Jahr 2005 bereits 16,9 Jahre.

In der Schweiz verringerten sich in den letzten 25 Jahren gleichzeitig mit diesem Anstieg die Geschlechterunterschiede bezüglich Eintritte und Abschlüsse postobligatorischer Ausbildungen. Dies schlägt sich allerdings laut BFS nicht in allen Bildungsbereichen gleich nieder. Besonders in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Zusammen mit Japan bildet die Schweiz das Schlusslicht bei der Zahl von Hochschulabsolventinnen in diesen Fächern. Demgegenüber ist die Schweiz in Bezug auf die Abschlussquoten auf der Tertiärstufe daran, im internationalen Vergleich aufzuholen. Sie gehört laut OECD-Studie zur Gruppe der Länder, deren Quote sich auf der Hochschulstufe in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat. Trotzdem liegt die Quote auf dieser Stufe mit 27 Prozent immer noch klar unter dem OECD-Mittel von 36 Prozent.

Die Schweiz würde aber von einer höheren Akademikerquote profitieren, heisst es in der Studie. Wenn die Wirtschaft auf eine ausreichende Zahl Hochqualifizierter zurückgreifen könne, dann wachse sie schneller und auch Geringqualifizierte fänden dann leichter einen Job, wurde OECD-Generalsekretär Angel Gurria in der Mitteilung zitiert.

Die Studie zeigt weiter, dass die Einkommen von Inhabern tertiärer Abschlüsse in der Schweiz etwas über 50 Prozent über denen von Berufstätigen ohne nachobligatorische Ausbildung oder mit einem Abschluss auf der Sekundarstufe 2 liegen. Anders als beispielsweise in Deutschland haben diese Einkommensvorteile in den vergangenen Jahren aber nicht zugenommen.

Einen deutlichen und wachsenden Vorteil haben Hochqualifizierte dagegen laut Studie bei der Arbeitsplatzsicherheit. So ist bei Inhabern eines tertiären Abschlusses die Arbeitslosigkeit zwischen 1991 und 2005 nur von 1,3 auf 2,7 Prozent gestiegen. Zwischen 2003 und 2005 war sie sogar rückläufig. Für Absolventen einer Berufsausbildung lag die Arbeitslosigkeit im Jahr 2005 bei 3,7 Prozent. Für Geringqualifizierte ohne Berufsausbildung ist sie dagegen zwischen 1991 und 2005 von 1,2 auf 7,7 Prozent deutlich angestiegen.

Laut BFS wird die zunehmende Bildungsbeteiligung von entsprechenden finanziellen Investitionen begleitet. In der Schweiz stiegen die öffentlichen Bildungsausgaben des Bruttoinlandprodukts seit 1990 um rund 20 Prozent. (dapd)

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