Aktualisiert 07.06.2012 17:18

Bluttat von Rapperswil17 Jahre Haft für Mord an Hauswart

In Rapperswil-Jona wurde im März 2011 ein Hauswart durch einen Kopfschuss getötet. Ein 58-Jähriger wurde jetzt schuldig gesprochen und zu 17 Jahren Gefängnis verurteilt.

Anwältin Monika Brenner wollte für ihren Klienten einen Freispruch erreichen.

Anwältin Monika Brenner wollte für ihren Klienten einen Freispruch erreichen.

Ein 58-jähriger Schweizer hat im März 2011 in Rapperswil-Jona einen Hauswart mit einer Schrotflinte erschossen. Das Kreisgericht See-Gaster verurteilte ihn deswegen am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von 17 Jahren wegen vorsätzlicher Tötung.

Das Urteil wurde im Kantonsgerichtssaal in St. Gallen verlesen. Dort hatte am Mittwoch auch die Verhandlung stattgefunden. Das Kreisgericht sah in seinem Urteil von einer Verwahrung ab, wie sie die Staatsanwältin gefordert hatte. Statt dessen muss sich der Verurteilte einer ambulanten Therapie unterziehen.

Das Gericht sprach den Schweizer auf Grund von Sachbeweisen und Indizien schuldig. Der Angeklagte hatte die Tat stets abgestritten. Zeugen gab es nicht. An einem Schuh des Täters wurde jedoch Blut des Opfers gefunden, und an seinen Händen und Kleidern blieben Schmauchspuren zurück.

Zudem wurde er in der Nähe des Tatorts gesehen. Das Gericht erachtete dies als genügend für einen Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tötung. Es qualifizierte die Tat aber nicht als Mord, wie dies die Anklage wollte. Die Staatsanwältin hatte eine Freiheitsstrafe von 18 Jahren und Verwahrung beantragt.

Freispruch verlangt

Die Verteidigerin plädierte auf Freispruch. Die Beweise genügten nicht für eine Verurteilung, sagte sie. Der Hauswart habe Schulden gehabt und könnte deswegen von einem Unbekannten erschossen worden sein. Der Verurteilte erklärte, er habe den Hauswart kaum gekannt.

Das Gericht kam zu einem anderen Schluss. Es verpflichtete den Verurteilten auch zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 15'000 Franken an den Sohn des Opfers. Der Täter kann das Urteil beim Kantonsgericht anfechten. Er bleibt aber in Sicherheitshaft.

Laut Anklage hatte der 58-Jährige seit 2004 im Swisscom-Hochhaus einen Lagerraum gemietet. 2010 bezahlte er die Miete nicht mehr, weshalb der Hauswart durch einen Schlüsselservice die Tür öffnen liess, um nachzuschauen. Dem Mieter wurde gekündigt.

Laut der Staatsanwältin war der Rauswurf aus dem Lagerraum der Grund für die Bluttat. Der Täter soll dem Opfer mit einer Schrotflinte aus nächster Nähe in den Kopf geschossen haben. Der Hauswart war sofort tot.

(sda)

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