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17 Jahre Zuchthaus für unverbesserlichen Räuber

Ein 38-jähriger französischer Wiederholungstäter muss für 17 Jahre ins Zuchthaus. Das Genfer Geschworenengericht sprach ihn schuldig. Kaum im Gefängnis, bastelte er sich ein Messer und bedrohte einen Gefängniswärter.

Der Staatsanwalt hatte 20 Jahre Zuchthaus gefordert. Die Geschworenen blieben in ihrem am späten Freitagabend verkündeten Urteil unter diesem Strafmass. Sie verhängten aber zusätzlich 15 Jahre Landesverweis nach der Entlassung aus dem Strafvollzug.

Der im Kanton Genf ansässige Angeklagte bekannte sich schuldig. Die ihm zur Last gelegten Raubüberfälle beging er meistens zusammen mit einem Komplizen. Dieser ist immer noch flüchtig. Der Angeklagte gab über ihn aus Angst vor Racheakten keine Informationen preis.

Conforama-Filialen im Visier

Der 38-jährige Franzose beteiligte sich in Genf und im Kanton Waadt an zwei vollendeten Raubüberfällen. Zweimal blieb es beim Versuch.

2003 eröffnete ein misslungener Überfall auf eine Conforama- Filiale in Meyrin GE den Reigen. Zwei Tage darauf überfiel der Angeklagte mit seinem Komplizen eine Filiale desselben Verteilers in Bussigny VD.

Die bewaffneten Täter überraschten die am Morgen eintreffenden Angestellten und schlossen sie in die Toiletten ein. Als der Geschäftsführer eintraf, zwangen sie ihn zum Öffnen des Tresors und suchten mit 277 000 Franken in einem gestohlenen Auto das Weite. Um die Geiseln einzuschüchtern, gaben die Räuber einen Schuss ab.

Bis Juli 2004 verhielt sich der Angeklagte ruhig. Dann überfiel er ein Waffengeschäft in Genf und erbeutete 14 Faustfeuerwaffen. Im August desselben Jahres wurde er in krimineller Absicht wieder in der Conforama-Filiale vorstellig. Diesmal machte ihm aber ein Wachmann ein Strich durch die Rechnung, der Täter wurde festgenommen.

Die Ankunft in der Zelle setzte weder seinem Sündenregister noch seiner kriminellen Energie ein Ende: Bei einem Ausbruchsversuch bedrohte er einen Wächter mit einer selbstgebastelten Stichwaffe. (sda)

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