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Zofingen AG170 Asylbewerber zügeln in altes Pflegezentrum

In Zofingen entsteht die grösste Asylunterkunft des Kantons Aargau. 170 Asylbewerber sollen in rund zwei Jahren im ehemaligen Pflegezentrum des Spitals wohnen.

Bis zu 170 Asylsuchende will der Kanton Aargau künftig in Zofingen im ehemaligen Pflegezentrum des Spitals einquartieren. Das leerstehende Gebäude soll ab Dezember genutzt werden. Darauf haben sich der Kanton und die Stadt geeinigt. Das Zentrum soll rund zwei Jahre betrieben werden.

Es wird die grösste vom Kanton betriebene Asylunterkunft im Aargau sein. Vor allem Familien werden ab dem 8. Dezember etappenweise ins Gebäude einziehen. Der Kanton will auf eine ethnische Durchmischung der Asylsuchenden achten.

300 Plätze fehlen

Über die Pläne informierten Regierungsrätin Susanne Hochuli (Grüne) und der Zofinger Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger (parteilos) am Freitag in Zofingen. Hochuli wies darauf hin, dass der Kanton dringend auf Plätze für Asylbewerber angewiesen sei. Bis Ende Jahr würden voraussichtlich 300 Plätze fehlen.

Das Zentrum sei für die Stadt eine grosse Herausforderung, sagte Stadtammann Hottiger. Man wolle die Augen vor dem Asylproblem nicht schliessen und als Stadt die Verantwortung wahrnehmen.

«Zusätzliche Belastung» für Zofingen

Es sei jedoch klar, dass Zofingen eine «zusätzliche Belastung» auf sich nehme. Der Kanton habe den Stadtrat sehr früh informiert. Hottiger sprach von einer «vertrauensvollen Atmosphäre».

Der Kanton mietete das Gebäude für die Dauer von mindestens einem und höchstens zwei Jahren. Das Pflegezentrum, das sich direkt neben dem Spital Zofingen am Stadtrand befindet, steht seit geraumer Zeit leer.

Asylunterkunft soll Betrieb des Spitals nicht beeinträchtigen

Der Kanton wird für die Betreuung der Asylsuchenden in der temporären Unterkunft verantwortlich sein. Für die Stadt Zofingen entstehen keine Kosten. Die Asylunterkunft soll den Betrieb des Spitals nicht beeinträchtigen. Es wird ein Betreuungskonzept geben und die Asylbewerber werden selbst kochen. Für die Kinder wird ein Schulkonzept entwickelt.

Ein Baugesuch für die Umnutzung des leer stehenden, alten Pflegezentrums Zofingen ist gemäss Kantonsbehörde nicht notwendig. Die Nutzung durch die Asylsuchenden halte sich baulich an die vorhandene Infrastruktur. (sda)

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