170 Jugendliche werden zu Feuerwehrleuten
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170 Jugendliche werden zu Feuerwehrleuten

170 Berner Jugendliche von 14 bis 18 Jahren lassen sich zur Zeit in Büren und in Spiez während einer Woche zu Feuerwehrleuten ausbilden.

Die Organisatoren werten den ersten Jugendfeuerwehrkurs als Erfolg und planen eine zweite Auflage.

Nicht die sommerliche Hängematte ist für die 150 Burschen und 20 Mädchen im Ausbildungszentrum für Sicherheit in Büren und in Regionalen Kompetenzentrum in Gesigen bei Spiez seit Montag angesagt, sondern ein beinahe militärisch anmutendes Tagesprogramm.

Tagwache um 6.45

Um 6.45 ist Tagwache, nach dem Frühstück heisst es Antreten zur Ausbildung: In Klassen von je rund 10 Teilnehmern geht es nach einem Theorieblock am Dienstagmorgen direkt zur Praxis über: Übungen im Löschdienst und in der Ölwehr stehen auf dem Programm.

In der Kurswoche lernen die Jungen und Mädchen die Grundsätze der Schadenverhütung sowie im Rettungs-, Brandbekämpfungs- und Ölwehrdienst kennen. Übungen mit Motorspritzen, Tanklöschfahrzeugen und modernen Feuersimulatoren machen die Ausbildung zum spannenden Erlebnis.

Nachwuchs für Gemeindefeuerwehren

Lanciert wurde der Jugendfeuerwehrkurs vom Feuerwehrverband des Kantons Bern (FKB) und von der Gebäudeversicherung Bern (GVB).

Ziel ist, dass die heute noch rund 300 Feuerwehrkorps im Kanton Bern weiter genügend Personal rekrutieren können, wie FKB-Präsident Rolf Kramer auf Anfrage sagte. Vor allem in Gemeinden mit grossem Kultur- und Freizeitangebot haben die Feuerwehren vermehrt Schwierigkeiten, genügend Angehörige zu rekrutieren.

Auf Grund von Erfahrungen von Jugendfeuerwehrkursen im Kanton Zürich rechnet Kramer damit, dass von den 170 Teilnehmern später rund 80 Prozent in ein reguläres Feuerwehrkorps übertreten werden.

«Kein Ferienlager»

Das Ganze sei «natürlich kein Ferienlager», trotzdem seien die Reaktionen der Jugendlichen bisher «durchwegs positiv», erklärt Kramer. Die Teilnehmer erhielten nicht nur eine qualifizierte Ausbildung, auch der Gemeinschaftsinn werde gefördert. Ausser durch die Übungen passiere dies auch in gemeinsamen Freizeitaktivitäten.

Von Gesetzes wegen können die Jugendlichen erst mit 18 Jahren in einem Feuerwehrkorps eingesetzt werden. Damit das Know-How vor allem der jüngeren Teilnehmer nicht verloren geht, ist für die Kursteilnehmer bis zum Eintritt in ein Korps jährlich ein Weiterbildungstag vorgesehen.

In Vorbereitung ist zudem die Gründung verschiedener regionaler Jugendfeuerwehrorganisationen, die sich ebenfalls um die Weiterbilung kümmern sollen.

Künftig jährlich ein Kurs

Positiv überrascht sind die Organisatoren von der Teilnehmerzahl: Erwartet hatten sie nur rund 80 Anmeldungen. Auf Grund des grossen Interesses wurde statt wie geplant nur in Büren nun auch in Spiez ein Kurs angeboten. Künftig soll der Kurs laut Kramer jährlich an einem Standort stattfinden.

(sda)

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