Aktualisiert 20.12.2008 15:55

Kalifornien18 000 Homo-Ehen sollen annulliert werden

Nach der Abschaffung der Homo-Ehe im US- Bundesstaat Kalifornien durch einen Volksentscheid will eine Bürgerinitiative alle bereits geschlossenen Ehen zwischen Homosexuellen annullieren lassen.

«Nur die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau ist gültig und anerkannt in Kalifornien», erklärte das Bündnis Protect Marriage am Freitag in seinem Antrag beim Obersten Gerichtshof Kaliforniens. In dem Volksentscheid von Anfang November seien keine einschränkenden Klauseln oder Ausnahmen vorgesehen, hiess es weiter.

Das Bündnis teilte weiter mit, der Jurist Kenneth Starr werde es vor dem Verfassungsgericht vertreten. Starr wurde weltweit bekannt, als er in den 90er Jahren die Untersuchung gegen den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton wegen dessen Beziehung zu der Praktikantin Monica Lewinsky leitete.

Rund 18 000 Homo-Ehen betroffen

Der Oberste Gerichtshof von Kalifornien hatte die Homo-Ehe im Mai für zulässig erklärt. Seitdem hatten rund 18 000 gleichgeschlechtliche Paare geheiratet.

Am 4. November, zeitgleich mit der Präsidentenwahl, wurde die Homo-Ehe in einem Referendum mit 52,1 Prozent der Stimmen jedoch abgelehnt. Seitdem gibt es heftigte Proteste von Schwulen und Lesben in vielen Teilen der USA.

Befürworter der Homo-Ehe wehren sich

Derzeit laufen drei Verfahren am Obersten Gerichtshof, mit denen Befürworter der Homo-Ehe deren Abschaffung in Kalifornien wieder rückgängig machen wollen.

Die Beschwerden wurden von der Homosexuellen-Organisation Lamda Legal, der Bürgerrechtsorganisation ACLU sowie von den Städten San Francisco, Los Angeles und Santa Clara eingereicht.

Wann über sie entschieden wird, ist offen. Nur zwei US- Bundesstaaten erlauben die gleichgeschlechtliche Ehe, Massachusetts und Connecticut. In vielen US-Bundesstaaten ist die Homo-Ehe in der Verfassung untersagt. (sda)

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