Kriminalgericht Luzern: 18-Jähriger drückt Partygänger zerbrochene Flasche in den Hals

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Kriminalgericht Luzern18-Jähriger drückt Partygänger zerbrochene Flasche in den Hals

Streit nach einer Partynacht: Ein 18-Jähriger verletzte zwei Nachtschwärmer mit einer Flasche. Später prügelten er und vier weitere Personen auf die beiden Verletzten ein.

von
Gianni Walther
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Das Luzerner Kriminalgericht hat den heute 21-Jährigen unter anderem wegen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand und Raufhandels schuldig gesprochen.

Das Luzerner Kriminalgericht hat den heute 21-Jährigen unter anderem wegen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand und Raufhandels schuldig gesprochen.

20min/Gianni Walther
Nach einer Partynacht im Club Princesse im Jahr 2019 wurde ein damals 18-Jähriger von zwei Nachtschwärmern in ein Gespräch verwickelt. Später bemerkte er, dass sein Portemonnaie weg war.

Nach einer Partynacht im Club Princesse im Jahr 2019 wurde ein damals 18-Jähriger von zwei Nachtschwärmern in ein Gespräch verwickelt. Später bemerkte er, dass sein Portemonnaie weg war.

20min/Gianni Walther
Er verfolgte die beiden. An der Rütligasse kam es zu einer Auseinandersetzung. Dabei schlug der 18-Jährige einem der beiden Männer mit einer Flasche auf den Kopf. Die inzwischen zerbrochene Flasche drückte er dem anderen Mann in den Hals, wodurch dieser eine Rissquetschwunde erlitt.

Er verfolgte die beiden. An der Rütligasse kam es zu einer Auseinandersetzung. Dabei schlug der 18-Jährige einem der beiden Männer mit einer Flasche auf den Kopf. Die inzwischen zerbrochene Flasche drückte er dem anderen Mann in den Hals, wodurch dieser eine Rissquetschwunde erlitt.

20min/Gianni Walther

Darum gehts

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Mann (21) aus dem Kanton Bern unter anderem wegen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand und Raufhandels schuldig gesprochen. Im November 2019 hatte der damals 18-Jährige mit vier Kollegen die Nacht im Club Princesse in Luzern verbracht. Von zwei Partygängern, die ebenfalls im Club gewesen waren, wurde er vor dem Nachtclub gegen sechs Uhr morgens nach Zigaretten gefragt und in ein Gespräch verwickelt. Als die beiden wieder gegangen waren, bemerkte der 18-Jährige, dass sein Portemonnaie fehlte. Er nahm an, dass einer der Partygänger sein Portemonnaie gestohlen hatte und wollte sie zur Rede stellen.

Es kam zu einer Auseinandersetzung, wobei der 18-Jährige einem der Partygänger mit einer Glasflasche auf den Hinterkopf schlug. Das Opfer trug dabei eine Wunde und ein Schädel-Hirn-Trauma davon. Die inzwischen zerbrochene Flasche drückte er dem zweiten Partygänger in den Hals. Dieser erlitt dabei eine acht Zentimeter lange und ein bis zwei Zentimeter tiefe Wunde am Hals.

Fünfergruppe suchte nach den Partygängern

Nach dem Vorfall traf sich der 18-Jährige mit den vier Kollegen, die mit ihm die Partynacht verbracht hatten. Gemeinsam machten sie sich auf die Suche nach den beiden anderen Nachtschwärmern. Wenig später kam es bei einer Bushaltestelle in der Nähe des Clubs zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen der fünfköpfigen Gruppe und den beiden Partygängern. Die Fünfergruppe traktierte die beiden mit Faustschlägen und Fusstritten. Ein Opfer trug dabei ein gebrochenes Nasenbein und eine Augenhöhlenbodenfraktur davon. Das zweite Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch.

Das Kriminalgericht verurteilt den heute 21-Jährigen zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Zudem muss er einem der Opfer eine Genugtuung bezahlen und auch die Verfahrenskosten von rund 8000 Franken muss er berappen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Berufung wurde angemeldet. 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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