Aktualisiert 02.05.2011 15:02

Nach 12-Meter-Sturz

18-Jähriger erlitt schwere Hirnverletzungen

Der 18-Jährige, der in der Nacht auf Sonntag aus dem besetzten, alten Basler Kinderspital fiel, liegt mit schweren Hirnverletzungen im Krankenhaus. Sein Zustand ist schlecht.

von
uwb
Bei der Besetzung des ehemalige Kinderspitals in Basel gab es in der Nacht auf Sonntag einen Unfall. Ein 18-Jährige fiel aus dem 2. Stock 12 Meter in die Tiefe. (Bilder: Leser-Reporter)

Bei der Besetzung des ehemalige Kinderspitals in Basel gab es in der Nacht auf Sonntag einen Unfall. Ein 18-Jährige fiel aus dem 2. Stock 12 Meter in die Tiefe. (Bilder: Leser-Reporter)

Der verunfallte 18-jährige Mann war am Montag weiterhin in einem sehr schlechten Zustand, wie bei der Staatsanwaltschaft zu erfahren war. Er habe offenbar schwere Hirnverletzungen erlitten und sei nicht kontaktierbar für die Strafverfolger. Er war 12 Meter tief auf einen Plattenboden gefallen – gemäss Zeugen war es ein Unfall.

Aktivisten einer Gruppe namens «Derivat Basel» hatten am Samstag das ehemalige Kinderspital in Basel besetzt. Dort feierten in der Nacht auf Sonntag über 1000 Personen eine grosse Party, als um Mitternacht der 18-Jährige vom Balkon aus dem 2. Stock in die Tiefe fiel.

Gemäss Staatsanwaltschaft hatte der Mann rücklings auf dem Geländer einer der langen Aussenterrassen gesessen. Dort war ein Stofftransparent aufgehängt. Er verlor das Gleichgewicht und stürzte rückwärts in die Tiefe.

Klage wegen Sachbeschädigung

Die Besetzung des alten Basler Kinderspitals vom Samstag hat Folgen. Das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) hat am Montag Anzeigen wegen Sachbeschädigungen angekündigt.

Beschädigt worden seien medizinische Einrichtungen, die in den nächsten zwei Wochen nach Osteuropa, Marokko, Iran und Afghanistan hätten geliefert werden sollen. Weil die Türkei als ursprünglich vorgesehenes Zielland seit kurzem keine älteren medizinische Geräte mehr importieren will, war die Demontage im Kinderspital verzögert worden.

So war auch die Übergabe des alten Spitals vom UKBB an Immobilien Basel-Stadt auf den 13. Mai verschoben worden.

Fast alle Medizinalgeräte zerstört

Besetzer oder Partygäste haben laut UKBB «praktisch alle noch vorhandenen medizinisch-technischen Gerätschaften zerstört». Betroffen sei vor allem der Operationsbereich und die Röntgenstation. Der grosse Sachschaden sei noch nicht beziffert.

Immobilien Basel-Stadt hat ihrerseits eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung eingereicht, wie sie in einem eigenen Communiqué mitteilte. Der Kanton vergebe leerstehende Gebäude «wenn immer möglich» für Zwischennutzungen; das sei beim Kinderspital aber nicht sinnvoll gewesen.

Das Areal werde Ende Jahr baureif an einen Investor abgegeben; zuvor werde das Gebäude dekontaminiert und zurückgebaut. Mitte 2012 soll mit der Bebauung begonnen werden, sofern der Bebauungsplan im Juni 2011 durchkommt. Zudem sei das alte Spital bereits nach dem Ausbau der medizinischen Einrichtungen nicht mehr sicher genug für Zwischennutzungen. (uwb/sda)

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