Aktualisiert 21.11.2016 18:45

Betrug18-Jähriger schloss acht iPhone-Verträge ab

Ein von zu Hause ausgezogener Jugendlicher ohne Einkünfte hat erfolgreich acht Mobile-Abos abgeschlossen. Sein Ziel: Die iPhone 6 zu verkaufen.

von
ann
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Bei Salt und Sunrise hat ein 18-jähriger Sozialhilfebezüger insgesamt sieben Abos abgeschlossen.

Bei Salt und Sunrise hat ein 18-jähriger Sozialhilfebezüger insgesamt sieben Abos abgeschlossen.

Keystone/Laurent Gillieron
Diese haben ihm die iPhone 6 gegeben, ohne seine Zahlungsfähigkeit zu überprüfen.

Diese haben ihm die iPhone 6 gegeben, ohne seine Zahlungsfähigkeit zu überprüfen.

Keystone/Laurent Gillieron
Dabei hatte der junge Mann gar nie vor, die Verträge zu erfüllen.

Dabei hatte der junge Mann gar nie vor, die Verträge zu erfüllen.

Keystone/Gaetan Bally

Der junge Mann war gerade 18 Jahre alt geworden und mittellos. Dennoch konnte er innert etwa einer Woche acht Handyverträge abschliessen und ebenso viele Handys beziehen. Dabei hatte der junge Schweizer weder die Absicht noch die Möglichkeit, die Rechnungen zu zahlen. Er war von zu Hause ausgezogen und lebte auf der Strasse. Sein einziges Ziel war es, mit dem Verkauf der Geräte das Geld der Sozialhilfe aufzubessern.

Der 18-Jährige flog relativ früh auf. Und zwar nur wegen seines Zwillingsbruders. Bei einem Vertragsabschluss verwendete er dessen Identitätskarte. Als der Bruder die Telefonrechnungen erhielt, reichte er sofort Strafanzeige ein.

Mehrere Verträge pro Kunde normal

Die Kontrollen der Telefongesellschaften umging der Betrüger mit mehreren Tricks. So schloss er die Verträge in einer der belebtesten Zeiten zwischen Weihnachten 2015 und Neujahr 2016 ab. Ausserdem ging er mehrheitlich zu den Telekomanbietern Salt und Sunrise.

So schloss er bei Sunrise vier Handyverträge ab. Dort heisst es, bei 2,5 Millionen Kunden sei es schwierig, einen Betrüger beim Abschluss sofort herauszufiltern. Mit korrekten Papieren sei es zudem erlaubt, mehrere Handyverträge abzuschliessen. Ein Sprecher sagt: «Jeder Abonnement hat im Durchschnitt mehr als einen Vertrag.» Besonders Eltern von Minderjährigen seien in dieser Beziehung führend.

Die Rechnungen kommen erst spät

Bei Salt, wo der junge Mann drei Verträge abgeschlossen hatte, wollte man sich nicht äussern. Bei Swisscom konnte er hingegen keinen Vertrag auf seinen Namen abschliessen: Dort musste der Lausanner den Ausweis seines Zwillingsbruders vorlegen.

Ausserdem profitierte der Sozialhilfebezüger von einer Usanz unter Telekomanbietern: dem verzögerten Versand der Rechnungen. Darum dauert es eine Weile, bevor die Leitung blockiert und die Strafverfolgung eingeschaltet wurde.

Bedingte Geldstrafe und Busse

Weil die Rechnungen nie bezahlt wurden, landete der 18-Jährige in Lausanne vor Gericht. Er erhielt eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagen und muss eine Busse von 900 Franken zahlen.

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