Massaker in Uvalde: Kleinstadt nimmt Abschied von ersten Opfern

Massaker in UvaldeKleinstadt nimmt Abschied von ersten Opfern

Erneut erschüttert ein Schusswaffenmassaker die USA, diesmal trifft es eine Grundschule in einer texanischen Kleinstadt.

von
Newsdesk
1 / 16
23. Juni
23. Juni

Polizeichef Pete Arredondo (rechts) wird für das zögerliche Verhalten der Polizei in Uvalde verantwortlich gemacht. (Archivbild)

AFP/Eric Thayer
31. Mai
31. Mai

Die getötete Amerie Jo Garza wird zu Grabe getragen. Sie ist eines der ersten Opfer, von denen Angehörige Abschied nehmen.

AFP
27. Mai
27. Mai

Gouverneur Greg Abbott hat am Freitag seine Teilnahme am Jahrestreffen der Waffenlobby-Organisation NRA abgesagt. Stattdessen will er in Uvalde eine Pressekonferenz abhalten.

VQH

Deine Meinung

Mittwoch, 01.06.2022
23:00

Türverriegelung funktionierte nicht

Eine Woche nach dem Massaker an einer Grundschule im texanischen Uvalde hat die Polizei neue Erkenntnisse zum Hergang präsentiert. Eine Lehrkraft habe zwar eine Aussentür offengehalten, diese dann aber wieder zugemacht, als sie den Schützen auf dem Schulgelände bemerkt habe, sagte Travis Considine, Kommunikationschef der texanischen Behörde für öffentliche Sicherheit, am Dienstag. Doch habe die Türverriegelung nicht funktioniert, wodurch der Angreifer ins Gebäude gelangt sei. Ermittler prüften nun, warum sich die Tür nicht verschliessen liess.

Zunächst erklärten Ermittler, eine Lehrkraft habe eine Aussentür der Schule offengehalten, durch die R. dann habe eindringen können. Nach der Auswertung weiterer Aufnahmen einer Überwachungskamera revidierte die Sicherheitsbehörde die Angaben zum Hergang nun.

Die Lehrerin habe einen Stein in den Türspalt geschoben, sei aber ins Gebäude gerannt, um ihr Handy zu holen und den Notruf zu wählen, als der Angreifer auf dem Gelände einen Unfall mit seinem Wagen gebaut habe, sagte Considine. Sie sei mit dem Handy am Ohr herausgekommen und habe jemanden rufen gehört, dass er eine Waffe habe. Als sie dann gesehen habe, wie R. mit einer Waffe über den Zaun gesprungen sei, sei sie hineingerannt und habe dabei den Stein entfernt. «Wir haben nachgewiesen, dass sie die Tür geschlossen hat.» Warum sie sich nicht verriegeln liess, sei noch unklar.

Don Flanery, ein Anwalt aus San Antonio, sagte dem Blatt «San Antonio Express-News», dass die Lehrkraft angenommen habe, dass die Tür automatisch verriegeln würde. Die Tür habe sie erst offengehalten, um müheloser Lebensmittel von ihrem Auto ins Klassenzimmer tragen zu können. (DPA)

22:46

Uvalde nimmt Abschied von ersten Opfern

Die texanische Kleinstadt Uvalde hat am Dienstag Abschied von den ersten Opfern des Massakers an einer Grundschule genommen. Der silberfarbene Sarg der zehnjährigen Amerie Jo Garza wurde am Morgen von sechs Sargträgern in die katholische Kirche zum Heiligen Herzen getragen. Eine weitere Schülerin, die zehnjährige Maite Yuleana Rodriguez, sollte ebenfalls am Dienstag beigesetzt werden. Weitere Beerdigungen der insgesamt 19 getöteten Kinder und zwei Lehrerinnen sollen in den kommenden Wochen folgen.

Amerie Jo Garza wird zu Grabe getragen. (31. Mai 2022)

Amerie Jo Garza wird zu Grabe getragen. (31. Mai 2022)

AFP

Die Trauergäste forderten Verschärfungen der Waffengesetze: «Letzten Endes ist es doch so: Wenn dieses Kind nicht mal ein Glas Wein trinken kann, weil es zu jung ist – dann ist es auch zu jung, eine Schusswaffe zu kaufen», kommentierte Pamela Ellis, die aus Houston zur Beerdigung angereist war. Der 18-jährige Todesschütze hatte sich kurz nach seinem Geburtstag zwei Sturmgewehre gekauft, mit denen er die Bluttat beging. Alkohol darf in Texas hingegen erst ab 21 Jahren legal getrunken werden. (AFP)

Dienstag, 31.05.2022
02:25

Kanada will Waffengesetz verschärfen

Knapp eine Woche nach dem verheerenden Amoklauf an einer Grundschule in den USA mit 21 Toten hat der kanadische Premierminister Justin Trudeau im nördlichen Nachbarland strengere Waffengesetze angekündigt. Mit einer neuen Gesetzesvorlage will seine Regierung den privaten Besitz von Handfeuerwaffen stoppen und Personen davon abhalten, solche Waffen nach Kanada einzuführen oder innerhalb Kanadas zu kaufen oder verkaufen, wie Trudeau am Montag mitteilte. Personen, die wegen häuslicher Gewalt auffallen, sollen demnach ihre Waffenscheine verlieren. Zudem sollen die Strafen für den illegalen Handel mit Waffen erhöht werden.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau.

AFP

Die Regierung will auch vorschreiben, dass Magazine von Gewehren dauerhaft so umgebaut werden, dass sie nie mehr als fünf Schuss Munition haben. Der Verkauf und die Weitergabe von Magazinen mit hoher Schusskapazität soll im Rahmen der Waffenrechtsreform ganz verboten werden. (DPA)

Sonntag, 29.05.2022
02:12

Joe und Jill Biden reisen nach Uvalde

US-Präsident Joe Biden reist am Sonntag in die texanische Kleinstadt Uvalde, in der ein Angreifer in einer Grundschule 19 Kinder und zwei Lehrerinnen getötet hat. Der Präsident und seine Ehefrau Jill wollen nach Angaben des Weissen Hauses gemeinsam mit den Bewohnern der Stadt um die 21 Todesopfer trauern. Biden hatte sich unmittelbar nach der Tat erneut für eine Verschärfung der laxen Waffengesetze in den USA ausgesprochen.

Biden prangerte noch am Abend des Massakers in einer emotionalen Ansprache die grassierende Waffengewalt in seinem Land an: «Wann, in Gottes Namen, werden wir der Waffenlobby die Stirn bieten?», fragte er.

Samstag, 28.05.2022
17:28

Täter soll seine Ex-Freundin geschlagen haben

Eine 17-Jährige zeichnet ein gewalttätiges Bild des Amokläufers von Uvalde. Salvador Ramos sei mit einer ihrer Freundinnen liiert gewesen, sagt Keanna Baxter gegenüber dem «San Antonio Express». Nach der Trennung habe Ramos Annäherungsversuche bei ihr selber gemacht. «Aber ich habe ihn abgewiesen, weil seine Gegenwart bei mir stets ein unheimliches Gefühl ausgelöst hatte», so die Jugendliche.

Er sei unberechenbar und gewalttätig gewesen, als er mit ihrer Freundin zusammen war, sagt die 17-Jährige weiter. «Wenn er die Beherrschung verlor, hatte sie Angst um ihr Leben.» So habe Ramos seiner Ex-Freundin bedrohliche Nachrichten geschickt und sie auch mehrmals geschlagen. «Er hat versucht, jeden zu bekämpfen, der ihn abwies. Wenn er seinen Willen nicht durchsetzen konnte, drehte er durch. Besonders gewalttätig war er gegenüber Frauen», sagt Keanna Baxter.

Salvador Ramos hat 19 Kinder und zwei Erwachsene getötet, ehe er von Sicherheitskräften erschossen wurde.

Salvador Ramos hat 19 Kinder und zwei Erwachsene getötet, ehe er von Sicherheitskräften erschossen wurde.

IMAGO/ZUMA Press

08:03

«Bitte verurteilt ihn nicht»

Die Mutter des Amokläufers Salvador Ramos nahm am Freitag in einem Interview mit dem Sender «Televisa» den 18-Jährigen erneut in Schutz. «Er hatte seine Gründe für das was er getan hat. Bitte verurteilt ihn nicht», so Adriana Martinez. Sie wolle nur, dass die 19 unschuldigen Kinder und zwei Lehrerinnen, die Ramos beim Amoklauf erschossen hatte, ihr verzeihen.

Nach dem Amoklauf, bei dem 21 Menschen getötet wurden, ist die Trauer in Uvalde allgegenwärtig.

Nach dem Amoklauf, bei dem 21 Menschen getötet wurden, ist die Trauer in Uvalde allgegenwärtig.

Reuters

Auf eine Rückfrage der Reporter, welche Gründe Salvador gehabt haben könnte, antwortete Martinez: «Er wollte den Kindern näherkommen, statt sich auf schlechte Dinge zu konzentrieren. Ich weiss es nicht.» (bho)

07:09

Schütze hatte 58 Magazine mit 1657 Schuss Munition dabei

Nach dem Amoklauf an einer Grundschule im texanischen Uvalde kommen mehr und mehr Details ans Licht. So hatte der 18-jährige Amokläufer die Schule offenbar durch eine Türe betreten, die zuvor von einer Lehrperson geöffnet und anschliessend offenstehen gelassen wurde, wie Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen.

Der Schütze trug offenbar mehr als 1600 Schuss Munitiom vom Kaliber 5,56 Milimeter bei sich. (Symbolbild)

Der Schütze trug offenbar mehr als 1600 Schuss Munitiom vom Kaliber 5,56 Milimeter bei sich. (Symbolbild)

Reuters

Ausserdem soll Salvador Ramos, der bei seinem Amoklauf 19 Kinder und zwei Lehrerinnen tötete, mit tausenden Schuss Munition ausgestattet gewesen sein. Wie der Direktor der lokalen Behörde für öffentliche Sicherheit, Steven McCraw, gegenüber «News4SanAntonio» sagt, hatte der Schütze zum Tatzeitpunkt insgesamt 1657 Schuss Munition in 58 Magazinen auf sich, die er wohl im Rucksack transportierte. Auch in seinem Truck entdeckten die Ermittler nach der Bluttat mehrere geladene Magazine. (bho)

00:18

Harry Styles kündigt Millionen-Spende für Waffenkontrolle an

Der britische Popsänger Harry Styles (28) will Einkünfte aus seiner Nordamerika-Tournee für eine Organisation spenden, die sich für Waffenkontrolle und gegen Waffengewalt einsetzt. Die jüngsten Fälle von Schusswaffengewalt in den USA, die mit dem Massaker in der texanischen Gemeinde Uvalde an der Robb Elementary School gipfelten, hätten ihn «zutiefst bestürzt», schrieb der Musiker am Freitag auf Twitter.

Er kündigte eine Partnerschaft mit der Non-Profit-Organisation «Everytown for Gun Safety» an, die das Ziel verfolgt, Waffengewalt zu beenden. Styles und der Konzertveranstalter Live Nation stellten eine Spende von über einer Million Dollar in Aussicht. Von August bis November hat der Musiker über 40 Auftritte in Nordamerika geplant. (DPA)

Freitag, 27.05.2022
21:45

Gouverneur von Texas: «Wurde in die Irre geführt»

Nach neuen Erkenntnissen über den Ablauf des Polizeieinsatzes während des verheerenden Schulmassakers gerät der Gouverneur des US-Bundesstaats Texas unter Druck. «Ich wurde in die Irre geführt», sagte Greg Abbott am Freitag in einer Pressekonferenz in der Kleinstadt Uvalde.

Er habe der Öffentlichkeit die Informationen weitergeben, die ihm nach dem Blutbad in der Grundschule geschildert worden seien. «Die Informationen, die mir gegeben wurden, erwiesen sich zum Teil als ungenau, und ich bin absolut wütend darüber.»

Stunden zuvor hatte die zuständige Sicherheitsbehörde schwere Fehler bei dem Einsatz eingeräumt. So wurde etwa bekannt, dass bereits zu einem frühen Zeitpunkt 19 Polizisten im Flur vor dem Klassenraum postiert gewesen waren, in dem der Schütze sich mit den Kindern verschanzt hatte. Diese unternahmen den Angaben nach mehr als 45 Minuten lang keine Versuche, in den Raum einzudringen und den Schützen zu stoppen. Der 18-jährige Schütze tötete im dem Klassenzimmer am Dienstag 19 Kinder und zwei Lehrerinnen.

Abbott hatte am Mittwoch mit der Aussage Aufsehen erregt, dass alles hätte noch viel schlimmer kommen können. «Der Grund, warum es nicht schlimmer war, ist, dass die Strafverfolgungsbehörden taten, was sie taten», sagte er etwa. (DPA)

17:59

Schulmassaker in Texas – Kinder im Raum riefen mehrfach Polizeinotruf

Bei dem Massaker an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas wurden mehrere Polizeinotrufe aus jenem Klassenraum abgesetzt, in dem sich der Amokläufer mit Kindern und Lehrern verschanzt hatte. Mehrere Kinder hätten von dort aus die Polizei angerufen, sagte der Direktor der Behörde für öffentliche Sicherheit in Texas, Steven McCraw, am Freitag in der Kleinstadt Uvalde, in der der Schütze am Dienstag an einer Grundschule das Blutbad angerichtet hatte. Der erste Anruf sei um kurz nach zwölf Uhr Ortszeit eingegangen. Etwa 40 Minuten später habe ein Kind bei einem Anruf gebeten, «bitte jetzt die Polizei zu schicken».

Eine Schülerin habe mehrfach den Polizeinotruf gewählt, mit flüsternder Stimme von mehreren Toten berichtet, sagte McCraw. In einem Anruf um 12.16 Uhr Ortszeit habe sie gesagt, acht bis neun Schüler seien noch am Leben.

Die Polizei hatte nach Angaben des Behördenchefs trotz der Präsenz von 19 Beamten vor dem Klassenraum rund 45 Minuten lang keine Versuche unternommen, in den Raum einzudringen und den Schützen zu stoppen. Stattdessen sei in jenem Moment die Entscheidung getroffen worden, auf Spezialkräfte zu warten. (dpa)

16:59

Behörde räumt schwere Fehler bei Einsatz ein

Die texanischen Behörden haben nach dem Grundschulmassaker in der Kleinstadt Uvalde mit 21 Todesopfern Fehler der Polizei eingeräumt. Der Leiter der Behörde für öffentliche Sicherheit des US-Bundesstaates, Steven McCraw, sagte am Freitag, es sei die «falsche Entscheidung» gewesen, das Klassenzimmer, in dem der Schütze sich befand, nicht früher zu stürmen.

«Im Nachhinein war es natürlich nicht die richtige Entscheidung», sagte McCraw. «Es war die falsche Entscheidung, Punkt. Dafür gibt es keine Entschuldigung.» Die Polizisten hatten das Klassenzimmer, in dem der 18-jährige Angreifer sich am Dienstag verbarrikadiert hatte, erst nach mehr als einer Stunde gestürmt.

McCraw sagte, die Einsatzkräfte seien zwischenzeitlich davon ausgegangen, dass der Angreifer kein «aktiver Schütze» mehr sei und deswegen keine weiteren Kinder mehr in Gefahr seien. (DPA)

16:37

Mehr als 100 Schüsse abgefeuert

Nachdem er draussen «mehrere Schüsse» abgefeuert hatte, betrat Schütze Salvador Ramos (18) um 11.33 Uhr Ortszeit die Robb-Grundschule in Uvalde, sagte Steven McCraw, Direktor der Behörde für öffentliche Sicherheit in Texas, auf einer Pressekonferenz am Freitag.

Der Verdächtige habe in einem der beiden verbundenen Klassenzimmern 111 oder 112 zu schiessen begonnen. «Anhand der Videoaufnahmen, die wir zu diesem Zeitpunkt haben, ist es nicht möglich, dies zu bestimmen», sagte McCraw. Aber: «Wir wissen, dass er zu diesem Zeitpunkt mehr als 100 Schüsse abgegeben hat, basierend auf den Tonaufnahmen. Mindestens 100 Schuss.»

Facebook

Innerhalb weniger Minuten - um 11.35 Uhr - seien auch Polizeibeamte beim Schulgebäude gewesen, die durch dieselbe Tür wie der Schütze eingetreten waren. «Ungefähr zu diesem Zeitpunkt wurden zwei dieser Beamten in der Nähe der Tür zum Klassenzimmer, in dem sich der Schütze aufhielt, angeschossen.»

Der Amokläufer schoss dann im Klassenzimmer weiter, während die Tür geschlossen und verriegelt war, so McCraw. (kle)

16:28

Polizei benötigte Schlüssel zum Klassenzimmer

Die Polizei von Uvalde öffnete die verschlossene Klassenzimmertür mit den Schlüsseln des Hausmeisters. Das gab Oberst Steven McCraw vom texanischen Ministerium für öffentliche Sicherheit in einer Medienkonferenz am Freitag bekannt.

Erst mit dem Schlüssel konnten sich laut dem Beamten die Sicherheitskräfte Zugang zum Zimmer verschaffen.

AFP

Amokläufer Salvador Ramos hatte um 11.50 Uhr (Ortszeit) die Türen zu den beiden Klassenzimmern verschlossen, in denen er sich fast eine Stunde lang aufhielt, und sich dort verbarrikadiert.

Nachdem die Polizei die Türen mit einem Schlüssel öffnen konnten, betraten sie die beiden miteinander verbundenen Räume und erschossen den Täter. (kle)

13:20

Texanischer Gouverneur sagt Teilnahme an Waffenlobby-Treffen ab

Der texanische Gouverneur Greg Abbott hat nach dem Grundschulmassaker mit 21 Toten in der Kleinstadt Uvalde seine Teilnahme am Jahrestreffen der US-Waffenlobbyorganisation NRA abgesagt. Der erzkonservative Politiker will laut US-Medien am Freitagnachmittag eine erneute Pressekonferenz in Uvalde abhalten Damit entfällt sein um die selbe Zeit geplanter Auftritt beim Jahrestreffen der National Rifle Association (NRA) in der texanischen Grossstadt Houston. Abbott wollte sich den Berichten zufolge aber in einer Videoansprache an die Teilnehmer des Treffens der umstrittenen Lobbyorganisation wenden. (AFP)

Greg Abbott (Mitte) an einer Pressekonferenz nach dem Schulmassaker in Uvalde.

Greg Abbott (Mitte) an einer Pressekonferenz nach dem Schulmassaker in Uvalde.

AFP

Ebenfalls abwesend an der NRA-Jahrestagung ist der Waffenhersteller Daniel Defense, von dem das AR-15-Sturmgewehr stammt, mit dem der Amokläufer um sich schoss. Man wolle nicht teilnehmen, weil ein Produkt «kriminell missbraucht» wurde, so Vizepräsident Steve Reed gegenüber CNN. «Wir glauben nicht, dass diese Woche die passende Zeit ist, um unsere Produkte in Texas am NRA-Meeting zu präsentieren.» (CNN)

11:53

Besondere Baseball-Aktion auf Twitter

Die Twitter-Kanäle der New York Yankees und der Tampa Bay Rays waren während eines Spiels der beiden Mannschaften am Donnerstagabend für ein mal völlig frei von Details über Pitches, Bats oder Innings. Stattdessen publizierten die Social-Media-Verantwortlichen der beiden Baseball-Mannschaften in regelmässigen Abständen Informationen und Statistiken über die Waffengewalt in den USA.

07:56

Mutter des Amokläufers bittet um Vergebung

Die Mutter von Salvador Ramos, des Amokläufers von Uvalde, sagt, dass sie unter Schock stehe, und bittet um Vergebung. «Ich habe keine Worte dafür, was geschehen ist. Ich weiss nicht, was er sich dabei gedacht hat. Er hatte seine Gründe für diese Tat. Bitte verurteilen Sie ihn nicht. Ich möchte nur, dass die unschuldigen Kinder, die gestorben sind, mir vergeben», sagte Adriana Martinez dem CNN-Sender Televisa.

Die Mutter beschreibt ihren Sohn als «sehr ruhig». «Er hat niemanden belästigt – er hat niemandem etwas angetan», sagte sie gegenüber Televisa.

07:27

Texas-Gouverneur sagt Teilnahme an Waffenlobby-Treffen ab

Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hat US-Medienberichten zufolge seine Teilnahme an der Jahrestagung der mächtigen Waffenlobby NRA abgesagt. Stattdessen werde er am Freitag an einer Pressekonferenz im texanischen Uvalde teilnehmen, berichteten mehrere US-Medien unter Berufung auf das Büro des Gouverneurs am späten Donnerstag (Ortszeit).

Der Demokrat Beto O’Rourke hatte am Mittwoch die laufende Pressekonferenz Abbotts unterbrochen und diesen für seine Haltung zu den Waffengesetzen im Land kritisiert. O’Rourke, der im November bei der nächsten Gouverneurswahl in Texas als Herausforderer gegen Abbott antreten will, warf dem Republikaner vor, nichts gegen die grassierende Waffengewalt in den USA zu unternehmen.

Abbott reagierte nicht auf die Vorwürfe. Er hatte bei der Pressekonferenz argumentiert, strengere Gesetze seien nicht die Lösung, um Taten wie in Uvalde zu verhindern. Eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA scheitert seit vielen Jahren an einer grundlegenden Uneinigkeit zwischen Demokraten und Republikanern in dieser Frage. (DPA)

Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott.

Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott.

AFP
04:48

Sturmgewehr-Hersteller nicht an NRA-Tagung

Der Hersteller des Sturmgewehrs, das bei dem Schulmassaker in Texas verwendet wurde, verzichtet auf die Teilnahme am Jahrestreffen der US-Waffenlobbyorganisation National Rifle Association (NRA). «Daniel Defense nimmt aufgrund der schrecklichen Tragödie in Uvalde, wo eines unserer Produkte auf kriminelle Weise missbraucht wurde, nicht an der NRA-Tagung teil», erklärte das Unternehmen am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Tagung beginnt am Freitag – drei Tage nach dem Angriff mit 21 Toten. 

«Wir glauben, dass diese Woche nicht der richtige Zeitpunkt ist, um auf der NRA-Tagung in Texas für unsere Produkte zu werben», fügte das Unternehmen hinzu. Die Veranstaltung findet vom 27. bis 29. Mai in der texanischen Grossstadt Houston statt. Es werden zahlreiche Politiker der konservativen Republikaner auftreten, unter ihnen der frühere Präsident Donald Trump.

Die NRA hat massgeblich dazu beigetragen, die Verabschiedung strengerer Schusswaffenvorschriften in den USA immer wieder zu verhindern. Der Hersteller Daniel Defense hatte zuvor seine volle Unterstützung bei den Ermittlungen zu dem Massaker vom Dienstag zugesagt. (AFP)

01:33

Republikaner blockieren Debatte über Waffengesetz

Ein Versuch der US-Demokraten, mit einem Gesetz auf jüngste Schusswaffenangriffe mit zahlreichen Toten zu reagieren, ist im Senat gescheitert. Die Republikaner blockierten am Donnerstag ein Gesetz zum Inlandsterror, das eine Debatte über umstrittene Fragen wie Hassverbrechen und Waffenbesitz angestossen hätte. Die Vorlage war in der vergangenen Woche im Abgeordnetenhaus, wo die Demokraten die Mehrheit haben, zügig verabschiedet worden.

Der Mehrheitsführer im Senat, der Demokrat Chuck Schumer, hatte vor der Abstimmung erklärt, das Gesetz könnte Grundlage von Verhandlungen werden. Die Abstimmung verlief dann aber vollständig nach Parteizugehörigkeit und endete 47:47. Um sich im Senat mit der Vorlage zu befassen, wären 60 Stimmen nötig gewesen.

«Wir sind enttäuscht», sagte die Pressesprecherin des Weissen Hauses, Karine Jean-Pierre. Es sei eine Schande, dass die Waffenlobby NRA und andere einem Vorantreiben der Vorlage im Weg gestanden hätten. Sie rief den Kongress auf, das Thema weiter zu verfolgen. Der Präsident habe deutlich gemacht, «dass es Zeit ist zu handeln», sagte sie. (DPA)

Donnerstag, 26.05.2022
21:25

Herzogin Meghan besucht Tatort

Die Ehefrau von Prinz Harry, Meghan Markle, hat die texanische Stadt Uvalde besucht, wo ein Angreifer am Dienstag 19 Grundschüler und zwei Lehrerinnen erschossen hatte. Die in Kalifornien geborene Herzogin von Sussex legte an einem Gedenkort für die Opfer Blumen nieder, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vor Ort berichtete. Die 40-Jährige lief auch um die weissen Kreuze, auf denen die Namen der Todesopfer geschrieben stehen. (AFP)

AFP