18-jähriger Tourist im Streit erschlagen
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18-jähriger Tourist im Streit erschlagen

Ein 18-jähriger deutscher Tourist ist in einem Ferienhaus in Schwarzsee FR tot aufgefunden worden. Die Autopsie ergab, dass er infolge eines Schädel-Hirn- Traumas starb.

Ein 18-jähriger deutscher Tourist ist in einem Ferienhaus im freiburgischen Schwarzsee tot aufgefunden worden. Er starb nach einer Auseinandersetzung mit einem 17-jährigen Landsmann, in deren Folge er schwer gestürzt war. Seine Kollegin und die drei Kollegen unterliessen danach die Nothilfe.

Der getötete Deutsche befand sich zusammen mit seinem 20-jährigen Bruder, einer 18-jährigen Freundin und zwei 17-jährigen Landsleuten in Schwarzsee in den Ferien, wie der Präsident der Jugendstrafkammer Michel Lachat und Untersuchungsrichter Olivier Thormann am Donnerstag mitteilten. Die Untersuchung ergab, dass die fünf Feriengäste am vergangenen Montagabend viel Alkohol konsumiert hatten. Kurz vor Mitternacht sei es vor dem Chalet zwischen dem 18-Jährigen, der sich hinter das Steuer seines Autos setzen wollte, und einem der 17-Jährigen, der ihn daran hindern wollte, zu einer Auseinandersetzung gekommen. Der 17-Jährige habe dabei dem älteren Kollegen einen Stoss versetzt, so dass dieser zu Boden fiel und mit dem Kopf auf einem Schachtdeckel aufschlug. Das Opfer wurde in der Folge ins Chalet und dort auf sein Zimmer gebracht. Auf Grund der Ermittlungen haben sich die Betroffenen angesichts der Umstände und der körperlichen Verfassung des Opfers während der Nacht nur ungenügend um dessen Zustand gekümmert und es schuldhaft unterlassen, es ins Spital zu bringen. Am Dienstagmorgen gegen 09.00 Uhr fanden die Kollegen den 18-jährigen tot vor und benachrichtigten die Rettungskräfte.

Gemäss der am Mittwochmorgen am Institut für Rechtsmedizin in Lausanne durchgeführten Autopsie starb der junge Mann an einem Schädel-Hirn-Trauma als Folge des schweren Sturzes. Da es zwischen den Aussagen der Betroffenen über den Verlauf des Abends unterschiedliche Darstellungen gab, wurden die beiden Volljährigen wegen Kollusionsgefahr in Polzeigewahrsam genommen. Der eine Minderjährige, der in wenigen Tagen 18 Jahre alt wird, wurde im Zentralgefängnis und der andere in einem Heim untergebracht. Alle vier Beteiligten wurden am (gestrigen) Mittwochabend wieder auf freien Fuss gesetzt. Die beiden Minderjährigen wurden ihren Eltern in Obhut gegeben.

Gegen den an der Auseinandersetzung beteiligten Minderjährigen wurde ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung eröffnet. Auf die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den anderen Minderjährigen wurde demgegenüber verzichtet. Auch gegen die beiden Volljährigen wird kein Strafverfahren wegen Unterlassens der Nothilfe eröffnet. Laut dem Untersuchungsrichter sind diese beiden durch ihre enge Beziehung zum Opfer von den unmittelbaren Folgen ihres Fehlverhaltens so schwer betroffen, dass eine Strafe unangemessen wäre. (dapd)

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