Bundesgerichtsurteil: 19-Jähriger darf mit 14-Jähriger schlafen
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Bundesgerichtsurteil19-Jähriger darf mit 14-Jähriger schlafen

Ein junger Mann wird für den sexuellen Kontakt mit einer Minderjährigen nicht bestraft. Im Verfahren habe sich gezeigt, dass Jugendliebe bestanden habe, urteilt das Bundesgericht.

Besondere Umstände einer Liebesbeziehung: So urteilt das Bundesgericht im Falle eines jungen Paares, bei dem die Frau minderjährig war (Symbolbild).

Besondere Umstände einer Liebesbeziehung: So urteilt das Bundesgericht im Falle eines jungen Paares, bei dem die Frau minderjährig war (Symbolbild).

Keystone/Gaetan Bally

Das Bundesgericht hat die Verurteilung eines jungen Mannes wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind aufgehoben. Mit 19 Jahren hatte der Mann sexuelle Kontakte mit einer 14-Jährigen. Der Gesetzgeber wolle solche Liebesbeziehungen nicht kriminalisieren, halten die Richter fest.

Das Obergericht des Kantons Aargau hatte den Mann wegen dem Sex mit der 14-Jährigen und Verkehrsdelikten zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 50 Franken und einer Busse von 1350 Franken verurteilt.

Besondere Umstände

Das Bundesgericht kommt in seinem am Donnerstag publizierten Urteil zum Schluss, dass in diesem Fall besondere Umstände vorliegen, wie sie im Strafgesetzbuch vorgesehen sind.

So kann von einer Strafverfolgung abgesehen werden, wenn der Täter zur Tatzeit noch nicht 20 Jahre alt und wie vorliegend eine Liebesbeziehung zwischen ihm und der noch nicht 16-jährigen Person bestand.

Veränderte gesellschaftliche Auffassung

Solche Fälle habe der Gesetzgeber aufgrund der veränderten gesellschaftlichen Auffassung entkriminalisieren wollen. Die Bundesrichter halten fest, dass sich im Verfahren gezeigt habe, dass eine Jugendliebe bestanden habe.

Es würden keine Umstände darauf hindeuten, dass der Mann den Altersunterschied ausgenutzt habe. Vielmehr habe eine echte Zuneigung bestanden, die zu den sexuellen Kontakten geführt habe. (Urteil 6B_485/2016 vom 17.08.2016) (sda)

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