Novak Djokovic steht nach 0:2-Satzrückstand im French-Open-Viertelfinal
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Auch Nadal weiter19-jähriger Youngster verpasst Sensation – Djokovic nach Kampf im Viertelfinal

Lorenzo Musetti muss im Achtelfinal des French Open gegen Novak Djokovic wegen einer Verletzung im fünften Satz aufgeben. Besonders bitter: Der Italiener führte 2:0 in den Sätzen.

von
Erik Hasselberg

Sinnbild de Achtelfinals zwischen Musetti und Djokovic: Der Serbe stürzt, doch macht den Punkt und verhindert das Aus.

SRF

Darum gehts

  • Im Achtelfinal des French Open kam es zu einem epischen Fünfsatz-Duell zwischen Novak Djokovic und Lorenzo Musetti.

  • Den Sieg sichert sich der Weltranglisten-Erste.

  • Im Entscheidungssatz muss der 19-jährige Italiener verletzt aufgeben.

15 Jahre Altersunterschied, 348 Partien weniger Erfahrung auf Major-Stufe – doch fast hätte es für Lorenzo Musetti zu einem Sensationssieg gereicht. Nach einer 2:0-Satzführung unterliegt er im Achtelfinal des French Open Novak Djokovic. Die Weltnummer 1 und Nummer 1 des Turniers verhindert ein frühes Ausscheiden und siegt 6:7, 6:7, 6:1, 6:0, 4:0, weil der Italiener verletzt aufgeben muss.

Erst im März dieses Jahres schaffte Musetti den Sprung in die Top 100 der Weltrangliste. Vor dem French Open, dem ersten Major-Turnier überhaupt in seiner Karriere, noch als Nummer 76 im ATP-Ranking klassiert, wird der Teenager einen weiteren Sprung nach vorne machen. Im Viertelfinal trifft Djokovic nun auf Matteo Berrettini. Der 25-Jährige hatte am Montag kampflos die die Runde der letzten Acht erreicht, nachdem Roger Federer für die Partie Forfait erklärt hatte.

Musetti holt sich Satz 1 und 2

Im ersten Duell überhaupt auf der Tour gegen den Youngster kam der Serbe in den ersten zwei Sätzen nie wirklich auf Touren. Hatte er nach 2 Stunden und 17 gespielten Minuten zwar gleiche viele Punkte gewonnen wie Musetti, so lag er doch mit 0:2-Sätzen in Rückstand. Beide Durchgänge hatte der Teenager im Tiebreak für sich entschieden, wobei vor allem in der Kurzentscheidung des zweiten Satzes der 18-fache Grand-Slam-Sieger mit mehreren unerklärlichen Fehlern seinem Gegner den Satz praktisch schenkte.

Musetti trat bis zu diesem Zeitpunkt unerschrocken auf und stellte den Serben mit seinem variablen Spiel immer wieder vor Probleme und Ratlosigkeit. Mit guter Länge in seinen Schlägen, Tempo- und Schnitt-Wechseln schaffte es Musetti, Djokovic nicht zu seinem Spiel finden zu lassen und vor allem keinen Rhythmus zu bekommen. Erstaunlich war zudem, wie viel Mühe der weltbeste Return-Spieler mit dem Service des Italieners bekundete. Vor allem den zweite Aufschlag der Weltnummer 76 konnte Djokovic bis zu diesem Zeitpunkt kaum lesen.

Verletzung besiegelt Kehrtwende

Doch plötzlich änderte das Geschehen auf Court Philippe-Chatrier. Djokovic, der den Platz mitsamt Tasche nach dem zweiten Durchgang verlassen hatte, spielte wie verändert. Druckvoll, Winner um Winner, holte sich der Weltranglisten-Erste den dritten Satz in 24 Minuten mit 6:1 im Eilzugstempo, reihte Break an Break, Game an Game – deren 9 an der Zahl. Wollte Musetti zuvor in bisweilen traumhaften Ballwechseln praktisch alles gelingen, ging nach der 2:0-Satzführung beim 19-Jährigen nichts mehr. Strotzte er noch zu Beginn der Partie voller Selbstvertrauen und Souveränität, war davon in den Sätzen drei und vier nicht mehr viel zu sehen. Stattdessen war nun er es, der den Court verliess. Allerdings um ein Medical Timeout zu nehmen und sich vom Physiotherapeuten behandeln zu lassen. Im vierten Satz hatte der Griff an die Adduktoren erfolgt. War es der Fünfsatz-Sieg in der dritten Runde, dem Musetti Tribut zollen musste?

Es gelang ihm im ganzen Match keine einzige Breakchance abzuwehren, auch nicht zu Beginn des fünfen Durchgangs, als Djokovic zuvor im Ballwechsel gestürzt war und sich anschliessend am Zeigefinger der Schlaghand verarzten lassen musste. Djokovic hingegen gelang früh ein Doppelbreak im Entscheidungssatz, liess den angeschlagenen Musetti laufen. Beim 0:4 aus seiner Sicht schritt der handicapierte Italiener zum Netz und gratulierte Djokovic zum Sieg.

Titelverteidiger im Viertelfinal

Ebenfalls gegen einen 19-jährigen Italiener musste Rafael Nadal ran. Gegen Jannik Sinner (ATP 19) hatte der Spanier allerdings nur im Startsatz etwas Probleme. Dort konnte das aufstrebende Tennis-Talent sogar zum Satzgewinn servieren. Doch Nadal entschied den Sartsatz schlussendlich doch noch 7:5 zu seinen Gunsten. Die Sätze zwei und drei waren dann eine klare Sache, 7:5, 6:3 und 6:0 stand es am Schluss aus Sicht des Sandplatzkönigs (13 French-Open-Titel!). Im Viertelfinal wartet nun Diego Schwartzmann aus Argentinien, im Halbfinale käme es zum Knüller gegen Novak Djokovic.

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