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19 Touristen in Walliser Chalet vergiftet

19 Schweizer Touristen haben in einem Ferienchalet am Grossen St. Bernhard eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten. Sie wurden ins Spital gebracht, befinden sich aber nicht in Lebensgefahr.

Als Ursache für die Vergiftungen wird eine defekte Heizung vermutet.

Die zehn Erwachsenen und neun Kinder machten zum Zeitpunkt des Unfalls Urlaub im Skigebiet «Super St. Bernard» bei Bourg-St-Pierre (VS). Wie der Walliser Polizeisprecher Jean-Marie Bornet sagte, beklagten sie sich am Montag zuerst über eine mögliche Lebensmittelvergiftung. Kurz vor Mittag ging dann bei der Polizei der Alarm ein, dass die fünf Familien aus den Kantonen Freiburg und Waadt sehr wahrscheinlich eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten hätten. Die ausgerückten Rettungskräfte mussten die Opfer aus dem Chalet zuerst mit Pistenfahrzeugen zur nächsten Strasse bringen. Dort wurden sie von Ambulanzen und Helikoptern der Rettungsflugwacht und der Air Glaciers abgeholt und in die Spitäler von Genf, Lausanne, Sitten, Martigny und Monthey gebracht. Einige der Vergifteten wurden im Spital in Dekompressionskammern gelegt, um ihnen Sauerstoff zuzuführen. Das Leben der Opfer ist laut Polizeiangaben nicht in Gefahr, sechs von ihnen werden aber wohl während einigen Tagen im Spital bleiben müssen. Sie erlitten eine Vergiftung des vierten Grades.

Nach ersten Abklärungen vermutet die Polizei, dass das Kohlenmonoxid durch eine defekte Heizung ins Chalet gelangt ist. Möglich wäre laut Bornet aber auch ein Kaminfeuer. Die Unterwalliser Justiz hat einen Experten mit weiteren Abklärungen zur Unfallursache beauftragt. Kohlenmonoxid entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von Brenn- und Treibstoffen. Es wirkt für Menschen als starkes Atemgift, indem es die Bindung des Sauerstoffs an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin blockiert. (dapd)

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