Abschlussrede in Cannes: «1997 wurde ich von Weinstein vergewaltigt»
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Abschlussrede in Cannes«1997 wurde ich von Weinstein vergewaltigt»

Das Filmfest in Cannes geht mit drohenden Worten einer italienischen Schauspielerin und einer Palme für einen Japaner zu Ende.

von
roy

Schwere Vorwürfe an den Filmproduzenten Harvey Weinstein: Schauspielerin Asia Argento am Filmfestival Cannes. Video: Tamedia/AP

Mit einer kämpferischen Rede gegen Harvey Weinstein und sexuellen Missbrauch hat die italienische Schauspielerin Asia Argento die Gäste der Abschlussgala beim Filmfest Cannes berührt. «1997 wurde ich von Harvey Weinstein vergewaltigt», sagte die 42-Jährige.

Der Vorfall habe sich beim Filmfest Cannes ereignet. «Dies war sein Jagdgebiet.» Vieles habe sich zwar getan, doch noch «heute Abend sitzen welche unter uns, die noch zur Verantwortung gezogen werden müssen», sagte sie am Samstagabend. «Wir lassen euch nicht davonkommen.»

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Harvey Weinstein stellt sich der Polizei.

Harvey Weinstein stellt sich der Polizei.

AP/Chris Pizzello
Die italienische Schauspielerin Asia Argento schritt mit erhobener Faust über den roten Teppich in Cannes. (19. Mai 2018)

Die italienische Schauspielerin Asia Argento schritt mit erhobener Faust über den roten Teppich in Cannes. (19. Mai 2018)

AFP/Anne-christine Poujoulat
In ihrer Rede sagte sie: «1997 wurde ich von Harvey Weinstein vergewaltigt.»

In ihrer Rede sagte sie: «1997 wurde ich von Harvey Weinstein vergewaltigt.»

AFP/Valery Hache

Argento hatte ihre Anschuldigungen gegen den Hollywood-Produzenten Weinstein bereits in den vergangenen Monaten vorgebracht. Am Samstagabend nutzte sie ihre Präsenz auf der Bühne des Festivalpalastes, wo sie die Auszeichnung für die beste Schauspielerin ankündigte - die ging an Samal Yeslyamova aus Nordkasachstan für ihre Leistung in der Produktion «Ayka» von Sergey Dvortsevoy. Yeslyamova spielt darin eine Mutter, die ihr Neugeborenes in der Klinik zurücklässt, weil sie kein Geld hat, um es zu ernähren.

Kristen Stewart hat keinen Bock auf Heels

#Heelgate: Schauspielerin Kristin Stewart zog am roten Teppich bei den Filmfestspielen in Cannes ihre Designer-Heels aus und ging barfuss die Treppen hinauf. Die Bilder sehen Sie im Video. <i>(Video: Wibbitz)</i>

Frauen gingen leer aus

Ein bewegender Familienfilm aus Japan hat die Goldene Palme für den besten Film in Cannes gewonnen. «Shoplifters» von dem japanischen Regisseur Hirokazu Kore-Eda wurde am Samstagabend beim internationalen Festival mit dem Hauptpreis ausgezeichnet, wie die Jury mitteilte. Der Film erzählt von einer Familie von Kleinganoven, die ein Strassenkind bei sich aufnimmt. Weitere Preise gingen an den US-Regisseur Spike Lee, Altmeister Jean-Luc Godard und die libanesische Filmemacherin Nadine Labaki.

Mit «Shoplifters» erhält zum zweiten Mal ein japanischer Film die höchsten Weihen in Cannes. Regisseur Kore-Eda sagte, das Festival habe ihm «viel Mut» gemacht. «Ich habe die Hoffnung, dass dank des Kinos Menschen und Länder zusammenkommen, die gegeneinander kämpfen», betonte der 55-Jährige. Der Japaner wurde 2004 mit «Nobody Knows» international bekannt und für seinen melancholischen Stil bereits mehrfach ausgezeichnet.

Damit gingen Frauen bei der Goldenen Palme erneut leer aus: Zwischenzeitlich war spekuliert worden, die mehrheitlich weiblich besetzte Jury unter Leitung der australischen Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett werde den Hauptpreis an eine der drei Regisseurinnen im Wettbewerb geben, um ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung zu setzen. (roy/sda)

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