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2:0-Sieg - Deutschland steht im Viertelfinal

Deutschland schwimmt weiter auf einer Welle der Euphorie: Der WM-Gastgeber besiegte Schweden im Achtelfinal dank zwei frühen Toren von Lukas Podolski verdient mit 2:0 und zieht damit in den Viertelfinal ein. Dort trifft Deutschland am Freitag in einer Traum-Affiché auf Argentinien.

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Die deutsche Elf und ihre Fans sind dem Traum vom Titelgewinn im eigenen Land einen wichtigen Schritt näher gerückt: Deutschland besiegte Schweden am Samstag hochverdient mit 2:0 und steht nun im Viertelfinale. Die beiden Tore schoss Lukas Podolski bereits in der 4. und 12. Minute nach Vorlagen seines überragenden Sturmpartners Miroslav Klose. Die junge Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann spielte vor den 66.000 Zuschauern in München in der ersten halben Stunde wie im Rausch. Der Viertelfinalgegner wird der Finalgegner von 1986 und 1990, Argentinien, sein.

Die Schweden spielten nach einer gelb-roten Karte gegen Teddy Lucic von der 35. Minute an nur noch mit zehn Mann. Die Skandinavier liessen zwar ab und zu ihre Gefährlichkeit gegen die nicht immer sattelfeste deutsche Abwehr aufblitzen, kamen aber nie entscheidend zum Zug. In der 53. Minute verschoss ihr Stürmer Henrik Larsson einen von Christoph Metzelder verursachten Foulelfmeter.

Die deutsche Elf erwischte einen Auftakt nach Mass: Klose liess nach einer Vorlage von Kapitän Michael Ballack zwei schwedische Abwehrspieler stehen und schoss den Ball aufs Tor, Torwart Isaksson konnte das Leder nicht festhalten, «Poldi» stand goldrichtig und schob den Abpraller ins schwedische Tor (4. Minute). Die Deutschen blieben am Drücker und liessen den Schweden kaum Zeit zum Luft holen. In der 12. Minute vernaschte Klose gleich drei schwedische Abwehrspieler, legte präzise quer auf Podolski, und der haute den Ball erneut ins Tor.

Party im Stadion

«Wir fahren nach Berlin» und «Oh, wie ist das schön» schallte es von den Rängen. Für die Schweden setzte es Spott: «Ihr seid nur ein Möbel-Lieferant». Vor allem Jürgen Klinsmann und Lukas Podolski wurden mit Sprechchören gefeiert, und erstmals stimmten die Fans während eines Länderspiels - nach Vorbild der englischen Anhänger - die deutsche Nationalhymne an.

Die Schweden waren in der Anfangsphase völlig von der Rolle. Erstmals in der 22. Minute liessen die Blau-Gelben dann ihre Gefahr bei Standarsituation aufblitzen: Eine Ecke von Kim Källström lenkte Lehmann gerade noch ins Aus.

Schneider scheiterte im Gegenzug mit einem wuchtigen Schuss von der Strafraumgrenze aufs lange Eck, verpasste aber knapp (24.). In der 31. Minute musste sich Isaksson ganz lang machen, um einen Klose-Schuss gerade noch mit den Fingern ins Aus zu lenken. Einen Frings-Distanzschuss aus rund 30 Metern faustete Isaksson mit Mühe über die Latte (33.).

Entscheidende gelb-rote Karte

Nächster Schlag für Schweden: Innenverteidiger Lucic sah nach Festhalten von Klose die gelb-rote Karte (35.). Doch die schwedische Mannschaft machte klar, dass sie sich noch nicht geschlagen geben wollte und warf sich nun entschiedener der Klinsmann-Elf entgegen.

Die beste Chance für die Schweden hatte der wiedergenesene Zlatan Ibrahimovic kurz vor dem Halbzeitpfiff auf dem Fuss. Lehmann konnte den aus fünf Metern geschossenen Ball erst im Nachfassen über die Auslinie boxen. Nächste Unsicherheit in der 43. Minute, als Lehmann eine Flanke nicht festhalten konnte, und Philipp Lahm für ihn klären musste. Die deutsche Hintermannschaft machte in der Schlussphase der ersten Halbzeit nicht den sichersten Eindruck.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Schrecken: Henrik Larsson fiel im Strafraum um, nachdem ihn Metzelder von hinten bedrängt hatte. Schiedsrichter Carlos Simon entschied auf Elfmeter. Doch Larsson jagte den Ball weit über Lehmanns Tor (53.) und Schweden verpasste damit die Riesenchance, zurück ins Spiel zu kommen. Der deutschen Elf und den Fans fiel ein Stein vom Herzen. Im Gegenzug hämmerte Ballack aus 25 Meter den Ball aufs Tor, Isaksson konnte den Ball aber an den Pfosten lenken.

In der zweiten Halbzeit Kräfte geschont

Die deutsche Elf nahm dann angesichts der Hitze das Tempo aus der Partie und beschränkte sich immer mehr darauf, das Spiel gegen die zehn Schweden zu kontrollieren und die Kräfte für das Viertelfinale zu schonen. Klinsmann nutzte die Gelegenheit, seinen Ersatzspielern zu Spielpraxis zu verhelfen, und brachte Tim Borowski für Bastian Schweinsteiger, der schon bessere Spiele im deutschen Trikot abgeliefert hat (72.) Für den Doppeltorschützen Podolski brachte Klinsmann Oliver Neuville (74.) und für Torsten Frings Sebastian Kehl (85). In der 84. Minute wäre Schneider fast das lang ersehnte zweite Tor seiner Länderspielkarriere gelungen, doch der Ball traf nur den Pfosten.

Deutschland - Schweden 2:0 (2:0)

WM-Stadion, München. - 66'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Simon (Br).

Tore: 4. Podolski 1:0. 12. Podolski 2:0.

Deutschland: Lehmann; Friedrich, Mertesacker, Metzelder, Lahm; Schneider, Frings (85. Kehl), Ballack, Schweinsteiger (72. Borowski); Klose, Podolski (74. Neuville).

Schweden: Isaksson; Alexandersson, Mellberg, Lucic, Edman; Linderoth; Jonson (52. Wilhelmsson), Källström (39. Hansson), Ljungberg; Ibrahimovic (72. Allbäck), Larsson.

Bemerkungen: Beide Teams komplett. 35. Gelb-Rote Karte gegen Lucic wegen wiederholten Foulspiels. 53. Larsson schiesst Foulpenalty über das Tor. 55. Isaksson lenkt Schuss von Ballack an den Pfosten. 84. Linderoth lenkt Schuss von Schneider an den Pfosten. Verwarnungen: 27. Frings (Reklamieren). 28. Lucic (Foul). 48. Jonson (Foul). 78. Allbäck (Fouls).

(ap/mat)

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