2,5 Milliarden für neue Kampfjets
Aktualisiert

2,5 Milliarden für neue Kampfjets

Der Bundesrat hat heute über die Zukunft der Armee beraten: Er will die Tiger-Jets ersetzen und sieht dafür Ausgaben von 2,5 Milliarden Franken vor. Derweil gibt es in der Armee immer noch zu viele Soldaten.

Der Ersatz der 54 Kampfjets Tiger ist das Schwergewicht der Rüstungsplanung der Armee. Das 2,5-Milliarden- Projekt soll ins Rüstungsprogramm 2010 aufgenommen werden. Als Kompensation wird auf ein RP 2011 verzichtet.

Dies kündigt der Bundesrat in seinem heute verabschiedeten ersten Bericht an die Bundesversammlung an, der - wie vom Militärgesetz verlangt - überprüft, ob die Armee die ihr gesetzten Ziele erreicht hat. Fazit: Die Armee hat in der letzten Legislatur die erwarteten Leistungen erbracht.

Tiger genügen nicht mal Mindestanforderungen

In der neuen Legislatur steht die Ablösung der Tiger-Flotte im Vordergrund. Die in den 70-er Jahren konzipierten Jets genügen selbst den technologischen Mindestanforderungen an den Luftpolizeidienst nicht mehr und sollen 2013 bis 2015 ausser Dienst gestellt werden.

Bald Flugerprobungen

Zur Vorbereitung der Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges sind laut dem bundesrätlichen Bericht bis heute fünf informelle Planungs-Meetings mit den Firmen Boeing, Dassault, EADS und Gripen International durchgeführt worden. Jede dieser vier Firmen sei in der Lage, ein Flugzeug anzubieten, dass den Tiger ersetzen könnte.

Für die zweite Hälfte 2008 sind die Flugerprobungen mit den vier Flugzeugkandidaten in der Schweiz geplant. Die Finanzierung der neuen Jets hat im Finanzplan Platz. Bei den kommenden Rüstungsprogrammen wird ein «mittlerer Technologiegrad» angestrebt. Die Fähigkeiten in Führung und Aufklärung sollen verbessert werden.

Armee zu gross - 8 Prozent zu viel «AdA's»

2007 zählte die Armee einen Gesamtbestand von 215 871 Angehörigen plus 22 000 in Ausbildung stehende Rekruten und Kader. Diese Zahl übersteigt den von der Armeeorganisation definierten Bestand von 220 000 um 8 Prozent. Als unbefriedigend bezeichnet der Bericht die Lage beim Milizkader. Es fehlt vor allem an Offizieren.

Bei den Durchdienern, die ihren Militärdienst am Stück leisten, sind nur 15 Prozent bereit, Beförderungsdienste zu akzeptieren. Die 600 Diensttage, die für den Leutnantsgrad vorgeschrieben sind, hätten eine abschreckende Wirkung. Deshalb müssten die Durchdiener von Berufs- oder Zeitmilitär ausgebildet und geführt werden.

Der bundesrätliche Bericht wird jetzt dem Parlament überwiesen. Er sollte von den eidgenössischen Räten in der Sommer- und Herbstsession behandelt werden. (sda)

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