2,7 Millionen für manipuliertes Todesurteil
Aktualisiert

2,7 Millionen für manipuliertes Todesurteil

Ein zu Unrecht zum Tode verurteilter Mann im US-Staat Virginia soll für 18 Jahre in der Todeszelle mit umgerechnet 2,7 Millionen Franken entschädigt werden.

Das entschied eine US-Geschworenenkammer am Freitag in Charlottesville. Sie kam zu der Überzeugung, dass der 1994 verstorbene Ermittler Curtis Reese Wilmore vorsätzlich Beweise und Geständnis des wegen Vergewaltigung und Mord beschuldigten Earl Washington manipuliert hatte, um ein Todesurteil zu erreichen.

Washington wurde im Jahr 2000 neun Tage vor seinem Hinrichtungstermin begnadigt. Er war beschuldigt worden, 1982 in Culpeper Rebecca Lynn williams vergewaltigt und ermordet zu haben. Erst eine aufwendige DNA-Untersuchung, wie sie damals noch nicht zur Verfügung stand, bewies Washingtons Unschuld.

Washingtons Anwälte erklärten, Wilmore habe ihrem geistig leicht zurückgebliebenen Mandanten Details für sein Geständnis eingeflüstert. Ein Psychiater erklärte, Washington sei wegen seines geistigen Defizits leicht zu beeinflussen gewesen. Washingtons Anwalt Peter Neufeld sagte, Jahre später habe sich herausgestellt, dass einer der beiden Männer im Verhörraum die für die Verurteilung zentralen Details möglicherweise gar nicht habe wissen können. «Sie mussten daher vom anderen in diesem Fall kommen, Sonderagent Curtis Reese Wilmore.» Die Staatsanwaltschaft gab keine Stellungnahme ab und erklärte lediglich, sie prüfe die Möglichkeit einer Berufung. (dapd)

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