17.06.2020 05:44

Kalifornien 2 Afroamerikaner erhängt aufgefunden – Angehörige befürchten Lynchmorde

In den USA wurden zwei Afroamerikaner tot aufgefunden. Die Polizei geht in beiden Fällen von Suizid aus. Die Angehörigen zweifeln die Theorie an.

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In Südkalifornien wurden innerhalb kürzester Zeit zwei Afroamerikaner erhängt an Bäumen aufgefunden. Medienberichten zufolge wurde am 10. Juni die Leiche des 24-jährigen Robert Fuller an einem Baum hängend gefunden.

In Südkalifornien wurden innerhalb kürzester Zeit zwei Afroamerikaner erhängt an Bäumen aufgefunden. Medienberichten zufolge wurde am 10. Juni die Leiche des 24-jährigen Robert Fuller an einem Baum hängend gefunden.

KEYSTONE
Bereits am 31. Maiwurde die Leiche des 38-jährigen Malcolm Harsch in einer Obdachlosensiedlung in Victorville im Nordosten von Los Angeles entdeckt.

Bereits am 31. Maiwurde die Leiche des 38-jährigen Malcolm Harsch in einer Obdachlosensiedlung in Victorville im Nordosten von Los Angeles entdeckt.

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Während die örtliche Polizei von «wahrscheinlichen Suiziden» ausgeht, haben die Angehörigen von Harsch und Fuller öffentlich Zweifel geäussert.

Während die örtliche Polizei von «wahrscheinlichen Suiziden» ausgeht, haben die Angehörigen von Harsch und Fuller öffentlich Zweifel geäussert.

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Darum gehts

  • Zwei Afroamerikaner wurden in Südkalifornien tot aufgefunden.
  • In beiden Fällen geht die Polizei von Suizid aus.
  • Die Familien der beiden Opfer sind mit den Ermittlungen nicht zufrieden. Nun hat sich das FBI eingeschaltet.

In Südkalifornien wurden innerhalb kürzester Zeit zwei Afroamerikaner erhängt an Bäumen aufgefunden. Medienberichten zufolge wurde am 31. Mai zunächst die Leiche des 38-jährigen Malcolm Harsch in einer Obdachlosensiedlung in Victorville im Nordosten von Los Angeles entdeckt. Zehn Tage später wurde der 24-jährige Robert Fuller an einem öffentlichen Platz in Palmdale an einem Baum hängend gefunden. Während die örtliche Polizei von «wahrscheinlichen Suiziden» ausgeht, haben die Angehörigen von Harsch und Fuller öffentlich Zweifel geäussert.

Der schlimme Verdacht: Harsch und Fuller sollen einem sogenannten Lynchnmord zum Opfer gefallen sein. Zusammen mit den zahlreichen Demonstranten, die seit Tagen in Südkalifornien auf die Strassen gehen, fordern sie eine genaue Untersuchung.

«Die Leute sagen, er habe das getan. Aber Robert war das nicht», sagte ein guter Freund von Fuller gegenüber der «Los Angeles Times». Er fügt an: «Es ist nicht möglich, dass er sich an diesen Baum bindet.» Und auch Diamond Alexander, die Schwester des Opfers, meint: «Das ist für uns alle wirklich verrückt. Wir wollen die Wahrheit über das herausfinden, was wirklich passiert ist. Alles, was sie uns erzählt haben, war nicht richtig. Mein Bruder war nicht selbstmordgefährdet. Mein Bruder war ein Überlebender.»

«Wir wollen Gerechtigkeit, keine bequemen Ausreden»

Die Familie von Harsch schreibt in einer Mitteilung: «Es gibt viele Arten zu sterben. Aber in Anbetracht der aktuellen Rassenspannungen ist die Erklärung, dass ein Schwarzer sich an einem Baum aufhängt, definitiv nicht ausreichend für uns.» Weiter heisst es: «Wir wollen Gerechtigkeit, keine bequemen Ausreden.»

Nun haben auch das FBI und der Sheriff des Bezirks Los Angeles Ermittlungen angekündigt. «Das FBI, die US-Staatsanwaltschaft für Kalifornien und die Abteilung für Bürgerrechte des Justizministeriums überprüfen aktiv die Untersuchungen zum Tod zweier afroamerikanischer Männer in den Städten Palmdale und Victorville, um festzustellen, ob es Verstösse gegen das Bundesrecht gib», heisst es in einer Stellungnahme des FBI.

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)


Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

(mon)

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