Schweiz: 2 bis 3 Monate Lieferfrist für Geigerzähler
Aktualisiert

Schweiz2 bis 3 Monate Lieferfrist für Geigerzähler

Einen Monat nach Fukushima hält der Run auf Geigerzähler an: Hersteller haben teils bis Juli einen Bestellstopp.

von
Elisabeth Rizzi
Ein Greenpeace-Mitarbeiter ist in der Gegend um Fukushima mit einem Geigerzähler unterwegs. Foto: epa

Ein Greenpeace-Mitarbeiter ist in der Gegend um Fukushima mit einem Geigerzähler unterwegs. Foto: epa

Es ist mehr als eine blosse Hysterie des Augenblicks. Die Leute in der Schweiz kauften nicht nur in den Tagen nach dem verheerenden Erdbeben und der Nuklearkatastrophe in Fuku­shima Geigerzähler ein. Der Run hat bis heute angehalten. «Die Zahl der Anfragen hat sich im Monat seither verdreifacht», sagt Andreas Sutter vom Fachgeschäft AS-Raydetect. Er ist kein Einzelfall. Überall in der Schweiz sind die preiswerteren Geigerzähler (ab rund 400 Fr.) sogar ausverkauft. «Die Lieferfristen sind von normal zwei bis drei Wochen auf heute zwei bis drei Monate hochgeschnellt. Denn neuerdings melden sich viele Firmen und Privatpersonen mit Bestellanfragen», sagt Heinz Lüscher von Gloor Instruments. Gleich klingt es bei Detailhändler Conrad. Und Hersteller Gamma-Scout bittet auf seiner Homepage die Kunden offiziell um Verständnis, dass bis zum 30. Juni keine Neuaufträge mehr angenommen werden können.

Kein Wunder, werden inzwischen Geigerzähler auf Ricardo.ch versteigert. Dabei hat die Sache einen Haken: Ein Geigerzähler allein nützt nichts. «Die Fachkenntnis des Benutzers ist genauso wichtig», warnt Christoph Wirz vom Labor Spiez. Sonst sei die Gefahr falscher Messungen und Fehlinterpretationen gross, glaubt auch Lüscher. Der Grund: Der Messer muss eine gefährliche Zusatzstrahlung von der immer vorhandenen Hintergrundstrahlung unterscheiden können. Bei einfachen Geräten sind zudem sehr lange Messungen nötig. Lüscher findet deshalb: «In der Schweiz kann man sich eigentlich darauf verlassen, dass die Behörden zuverlässig die Strahlung kontrollieren.»

Swiss streicht Japan-Flüge

Da die Buchungen wegen der AKW-Katastrophe in Japan ausbleiben, fliegt die Schweizer ­Airline Swiss seit Dienstag statt sieben- nur noch fünfmal pro Woche nach Tokio. Am Freitag entschied das Management, dass an dieser Regelung mindestens bis zum kommenden Freitag festgehalten wird, wie der «Sonntag» berichtete. Die LX160-Flüge am Montag und Mittwoch werden somit annulliert. Heute will die Swiss entscheiden, wie es ­danach weitergehen soll.

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