Aktualisiert 27.12.2016 09:56

270 Plätze2. Bundesasylzentrum für den Kanton Bern

In Kappelen bei Lyss entsteht das zweite Bundesasylzentrum für die Asylregion Bern. Es soll ab spätestens 2019 bis zu 270 Asylsuchende beherbergen.

von
fal
Durchgangsfunktion: Das geplante Zentrum muss renoviert werden. (Archiv)

Durchgangsfunktion: Das geplante Zentrum muss renoviert werden. (Archiv)

20 Minuten

Der Bund, der Kanton und die Gemeinde haben eine entsprechende Vereinbarung für das Asylzentrum unterzeichnet. Das geplante Zentrum soll vorwiegend Warte- und Ausreisefunktion erfüllen, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) heute mitteilte. Das bedeutet, dass dort Menschen untergebracht werden, die auf einen Asylentscheid warten oder die in ein anderes Land überstellt werden sollen.

Zunächst braucht es nun Vorbereitungen, denn am Gebäude sind Um- und Neubauten nötig, wie das SEM schrieb. 2019 soll das neue Bundesasylzentrum betriebsbereit sein. Es wird das zweite sein für den Kanton Bern: Ein – befristetes – Zentrum wird seit Mai 2016 im ehemaligen Zieglerspital in Bern betrieben. Es wird ab Spätsommer 2017 insgesamt 350 Plätze anbieten können.

Die Unterkunft liegt in einer Industriezone

Landesweit soll der Bund künftig 5000 Plätze in Bundesasylzentren betreiben. Das entschieden Bund und Kantone sowie Städte- und Gemeindeverbände im März 2014. Demnach sollen in der Asylregion Kanton Bern künftig bis zu 620 Plätze bereit stehen. Diese Vorgabe ist mit den beiden Berner Bundesasylzentren erfüllt.

Kanton verkauft Gebäude

Die künftig als Bundesasylzentrum genutzte Unterkunft in Kappelen ist bereits ein kantonales Durchgangszentrum für Flüchtlinge. Der Kanton Bern wird das Gebäude nun dem Bund verkaufen.

2015 machte die Unterkunft Schlagzeilen, weil auf ihrem Areal Armeezelte für die Unterbringung von Flüchtlingen aufgestellt wurden. Die Unterkunft liegt zwar auf Gemeindegebiet von Kappelen, aber weit weg von diesem Dorf am Rand des Siedlungsgebiets von Lyss mit seinen 14'600 Einwohnern. Deshalb hat das SEM auch mit der Gemeinde Lyss Gespräche geführt, wie SEM-Mediensprecher Martin Reichlin auf Anfrage sagte.

Auf keinen Fall zwei Bundeszentren

Die Gemeinderäte von Lyss und Kappelen signalisierten schon im März 2015, dass sie mit einem Bundesasylzentrum an Stelle des heutigen kantonalen Durchgangszentrums leben könnten. Damals sagte der kantonale Polizei- und Militärdirektor Hans-Jürg Käser, er gehe davon aus, dass in Kappelen-Lyss ein Bundesasylzentrum entstehe.

Der Gemeinderat von Lyss machte damals allerdings diese Zusage unter der Bedingung, dass der Bund nicht auch auf dem Lysser Waffenplatz ein Bundeszentrum einrichtet. Er wolle auf keinen Fall zwei Bundeszentren, so der Lysser Gemeinderat.

Nutzung des Zieglerspitals befristet

Auf die Frage, ob dieser Waffenplatz langfristig für das SEM als Standort in Frage komme, sagte Reichlin, der Bund kommuniziere immer erst dann zu Standorten, wenn eine Einigung zwischen Bund, betroffenem Kanton und betroffener Gemeinde vorliege.

Die Asylregion Bern verfügt aber nur während acht Jahren über genügend Plätze in Bundesasylzentren. Denn auf acht Jahre ist die Nutzung des Berner Zieglerspitals als Bundesasylzentrum befristet. Danach will die Stadt Bern das Areal für den Bau von Wohnungen und Geschäftsräumlichkeiten freigeben. Für die Zeit danach «haben wir eine Idee», sagte Reichlin. «Wir geben sie aber noch nicht bekannt».

Nun total zwölf Standorte bestimmt

Laut Reichlin sind derzeit die Standorte von zwölf Bundesasylzentren bestimmt: zwei in der Asylregion Ostschweiz, zwei in der Region Zürich, zwei eben in Bern, zwei in der Nordwestschweiz, drei in der Westschweiz und Les Verrières NE als Zentrum für renitente Asylsuchende.

Insgesamt werde der Bund letztlich 16 bis 18 Zentren betreiben, Spezialzentren wie jenes von Les Verrières inbegriffen. Sechs Asylregionen hat der Bund definiert. (fal/sda)

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