Polizeibilanz: 2 Franzosen nach Street- Parade in Lebensgefahr
Aktualisiert

Polizeibilanz2 Franzosen nach Street- Parade in Lebensgefahr

In Anbetracht der Hunderttausenden von Besuchern verlief die Technoparty weitgehend friedlich. Trotzdem musste die Polizei bei zahlreichen Schlägereien eingreifen.

von
kko
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Alle Hände voll zu tun: Die Zürcher Polizeien ziehen zwar eine positive Bilanz, hatten aber trotzdem viel Arbeit an der Street-Parade (13. August 2016).

Alle Hände voll zu tun: Die Zürcher Polizeien ziehen zwar eine positive Bilanz, hatten aber trotzdem viel Arbeit an der Street-Parade (13. August 2016).

Keystone/Walter Bieri
So mussten die Beamten bei zahlreichen Schlägereien und Auseinandersetzungen einschreiten.

So mussten die Beamten bei zahlreichen Schlägereien und Auseinandersetzungen einschreiten.

Keystone/Walter Bieri
Für die 900'000 Raver wurden etliche Strassen gesperrt.

Für die 900'000 Raver wurden etliche Strassen gesperrt.

Keystone/ENNIO LEANZA

Die 25. Street-Parade unter dem Motto «unique» war ein weiteres Mal ein weitgehend friedlicher Anlass. Die Sonne sowie die über 200 DJs auf den acht Bühnen und den 27 Love-Mobiles heizten den Besuchern stundenlang ein. Die Organisatoren der weltweit grössten Technoparade zogen am Sonntag eine positive Bilanz: Demnach tanzten am Samstag 900'000 Raver rund um das Zürcher Seebecken.

Es sei eine «fantastische Party» gewesen, eine gemeinsame riesige Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit und Toleranz: «Das ist weltweit absolut einmalig», teilten die Veranstalter mit. Einzig Diebe mit Pfefferspray sorgten bei der Jubiläumsparade für etwas Aufregung.

Aussergewöhnlich viel Augenbehandlungen wegen Reizstoffen

Trotz der grossen Menschenmenge und der warmen Temperaturen verzeichneten Polizei und Sanität vergleichsweise wenige Einsätze. Schutz & Rettung behandelte an den acht eingerichteten Sanitätsposten 690 Personen – rund 30 Prozent weniger als im Vorjahr.

Für Arbeit sorgten insbesondere Diebe. Alleine auf dem Kantonspolizeiposten am Hauptbahnhof Zürich wurden rund 80 Diebstähle gemeldet. Gestohlen wurden vorwiegend Mobiltelefone und Portemonnaies. Aber auch diverse «auffällige Halsketten» seien entrissen worden, teilte die Kantonspolizei mit.

In der Menschenmenge am Seebecken waren ebenfalls Entreiss-Diebe unterwegs – sie setzten gemäss Stadtpolizei gegen ihre Opfer Pfefferspray ein. Dies spürte auch Schutz & Rettung: «Aussergewöhnlich hoch waren die Augenbehandlungen infolge von Reizstoffen.»

Schwere Stich- und Schnittverletzungen

Wegen übermässigem Alkohol- und Drogenkonsum kam es zu verschiedenen Auseinandersetzungen. Am Limmatquai zog sich gegen 18 Uhr ein 24-jähriger Peruaner eine Stichverletzung zu. Ein tatverdächtigter 22-jähriger Brasilianer wurde von der Stadt- und der Kantonspolizei Zürich verhaftet.

Um 0.30 Uhr erlitten am Utoquai zwei 28-jährige Franzosen lebensgefährliche Stich- und Schnittverletzungen. Kurz darauf wurden ein 18-jähriger Iraner und ein gleichaltriger Schweizer festgenommen, die sich – ebenfalls verletzt – am Bellevue in einen Sanitätsposten begaben.

Falschgeld und illegale Warenverkäufe

Die Stadtpolizei verzeichnete zudem vereinzelte Anzeigen wegen sexueller Belästigung, sie hielt Dealer an, stellte Falschgeld sicher und verzeigte mehrere Personen wegen illegaler Getränke- und Warenverkäufe. Sie hat insgesamt rund 50 Personen verhaftet. 16 weitere Personen nahm die Kantonspolizei Zürich insbesondere rund um den Hauptbahnhof fest.

Die Kantonspolizei führte im Zusammenhang mit der Street- Parade in der Nacht auf Sonntag auf der A3 zudem eine Grosskontrolle durch.

Einsätze abseits der Parade

Wie Schutz & Rettung mitteilte, betrafen die häufigsten Behandlungsgründe wie in den vergangenen Jahren Schnittverletzungen sowie übermässiger Alkohol- und Drogenkonsum mit 280 respektive 255 Fällen. 83 Personen wurden zur Überwachung und Ausnüchterung in die Patientensammelstelle überführt. Darunter befanden sich zwei Jugendliche unter 16 Jahren.

Während sich die Behandlungen in den Sanitätsposten «in Grenzen hielten», hatte Schutz & Rettung auf dem ganzen Stadtgebiet «ein hohes Einsatzaufkommen zu bewältigen». Von Samstag- bis Sonntagmorgen leistete der Rettungsdienst insgesamt 250 Einsätze – das entspricht ungefähr dem dreifachen Volumen eines «normalen» Wochenendtages. (kko/sda)

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