Aktualisiert 30.05.2006 10:54

2 Prozent aller Zürcherinnen auf dem Strich

Die Zahl der Prostituierten in Zürich ist 2005 um 20 Prozent gestiegen. Umgerechnet bedeuten diese Zahlen, dass jede fünfzigste Zürcherin anschafft.

In bundespolizeilichen Bericht zur inneren Sicherheit wurde die Entwicklung des Rotlichmillieus durchleuchtet. Landesweit wird der Erlös der Branche auf jährlich etwa 3,2 Milliarden Franken geschätzt. Der Bericht hält unter anderem fest, dass die Zahl der Prostituierten in Zürich seit 2003 um beinahe 20 Prozent gestiegen ist.

Insgesamt gingen 2005 3990 registrierte Prostituierte in Zürich ihrem Gewerbe nach. Bei einem weiblichen Anteil an der Zürcher Bevölkerung von rund 190'000 Frauen, bedeutet das, dass rund zwei Prozent der in Zürich lebenden Frauen anschafft.

Gewalt im Sex-Milieu

Die Szene war laut Bericht im vergangenen Jahr von einer zunehmenden Gewaltbereitschaft geprägt gewesen. Gleichzeitig wurden die Anstrengungen im Kampf gegen den Menschenhandel verstärkt und führten zu einer Zunahme der Strafverfahren. In mehreren Fällen wurden Opfer von Menschenhandel in engen Kellerverliesen aufgefunden, andere wurden zum Verkauf von Drogen und überhöhten Geldabgaben gezwungen. Vereinzelt wurde den Frauen massive Gewalt angetan.

Skrupellose Osteuropäer

In zwei schweren Fällen verhängten Gerichte gegen die Täter Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren. Täter und Opfer stammten in beiden Fällen aus demselben osteuropäischen Staat. Unter den Tätern befanden sich gleich viele Frauen wie Männer, die Opfer waren ausschliesslich Frauen. Letztere waren in ihrer Heimat rekrutiert und mit Versprechungen in die Schweiz geschleust worden. Hier wurden sie mit physischer und psychischer Gewalt in mehreren Etablissements zur Prostitution gezwungen.

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