Bundesgerichtsurteil: 2. Raser von Schönenwerd darf hierbleiben

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Bundesgerichtsurteil2. Raser von Schönenwerd darf hierbleiben

Vedran B., der zweite Raser von Schönenwerd SO, wird nicht ausgewiesen. Dies hat das Bundesgericht am Freitag in letzter Instanz entschieden.

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Die 21-jährige Lorena W. kam wegen dem Autorennen zwischen den drei jungen Männern am 18. November 2008 in Schönenwerd SO ums Leben. Nekti T., Vedran B. und Cemal A. rasten damals mit 130 Kilometern pro Stunde nebeneinander her. Der Erste, auch bekannt als «Todesraser von Schönenwerd», donnerte schliesslich ungebremst in ein ihm korrekt entgegenkommendes Auto, in dem Lorena W. auf dem Rücksitz sass.

Vedran B. hingegen konnte noch rechtzeitig bremsen. Nach einer Freiheitsstrafe, die er in Form einer Fussfessel verbüsst hat, ist der zweite Raser von Schönenwerd seit gut einem Jahr wieder frei.

Slalomlauf der Behörden beendet

Nun steht fest: Er darf in der Schweiz bleiben. Das hat das Bundesgericht am Freitag nach einem langen Hickhack letztinstanzlich entschieden. Dies berichtet die Aargauer Zeitung.

Der vorhergehende Slalomlauf der Behörden hatte es in sich: Im Oktober 2013 entzog das Solothurner Migrationsamt Vedran B. die Niederlassungsbewilligung und wies ihn aus der Schweiz aus. Das Solothurner Verwaltungsgericht hingegen hielt eine Ausweisung nicht für verhältnismässig und urteilte dagegen. Das Bundesamt für Migration erhob daraufhin Beschwerde beim Bundesgericht.

Fall von Vedran B. nur mittelschwer

Die Lausanner Richter haben dem Solothurner Gericht nun recht gegeben. Zwar sahen sie ein öffentliches Interesse an der Wegweisung von Vedran B. Ausländer, die länger als 15 Jahre in der Schweiz gelebt haben, dürften aber nur mit Zurückhaltung ausgewiesen werden, so die Argumentation.

Der Kroate habe seinen Freundeskreis hier und sei zudem bisher nur einmal straffällig geworden. Für eine Wegweisung müsse man in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit verstossen haben , der Fall von Vedran B. sei nur mittelschwer.

Nekti T. durfte bereits bleiben

Bereits im Fall von Nekti T. entschied sich das Bundesgericht gegen eine Wegweisung des Griechen. Auch hier lautete die Begründung, dass die Anforderungen für einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht erfüllt seien.

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