Aktualisiert 28.06.2011 15:15

Ulrich Giezendanner2 Stunden länger arbeiten – bei gleichem Lohn

Um die Stärke des Frankens zu bekämpfen, fordert Nationalrat Ulrich Giezendanner von den Angestellten mehr Arbeit zum gleichen Lohn. Die Skepsis aber ist gross.

von
Hans Peter Arnold
Längere Arbeitszeit auch in Giezendanners Unternehmen? (Giezendanner)

Längere Arbeitszeit auch in Giezendanners Unternehmen? (Giezendanner)

SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner wirbt für ein ungewöhnliches Mittel, um die Frankenstärke zu bekämpfen. «Wir müssen zwei Stunden pro Woche länger arbeiten – bei gleichem Lohn», forderte er in einer Diskussionssendung auf Tele Züri. So könnte die Produktivität gesteigert werden. Zudem seien weniger Unternehmen gezwungen, Teile der Produktion ins Ausland zu verlagern. Giezendanner – in seinem Unternehmen in Rothrist kennt man dazu noch keine Pläne – fordert die Gewerkschaften auf, seiner Idee im Sinne einer befristeten Massnahme zuzustimmen. Die Gewerkschaften können aber ­dieser Idee kaum etwas abgewinnen. «Wir stellen uns dagegen», so Ewald Ackermann vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB). «Die Arbeitnehmenden sollten diese Suppe bestimmt nicht auslöffeln, weder mit Lohnkürzungen noch mit längeren Arbeitszeiten.»

«Es gibt keine allgemeinen Rezepte», warnt auch Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes. Eine befristete Erhöhung der Arbeitszeit sei nur die letzte Möglichkeit – die «Ultima Ratio». Sie erfordere den guten Einbezug der Mitarbeitenden und funktioniere auch dann nicht in jedem Fall. Wenn eine Unternehmung konkurrenz­fähig bleiben wolle, müsse sie ständig Produktivitätssteigerungen realisieren, gibt Daum zu bedenken. Dies reiche allerdings nicht aus, um den scharfen und raschen Anstieg des Frankens zu kompensieren.

«Umsatzsteuer» für Bankgeschäfte

Mit der Transaktionssteuer sollen einzelne Geschäfte mit einer Abgabe von 0,01 bis 0,05 Prozent belastet werden. Sie sieht vor, jede Transaktion an der Börse zu besteuern. Es würden also sowohl auf das Kaufen und Verkaufen von Aktien Steuern anfallen als auch dann, wenn Devisen oder Derivate den Besitzer wechseln. Sie ist etwa vergleichbar mit einer Umsatzsteuer und hat zum Ziel, dass die Anzahl spekulativer Transaktionen zurückgeht. Die EU erhofft Einnahmen von bis zu 20 Milliarden Euro pro Jahr.

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