Rätsel in Italien: 20-Jährige verschwindet auf Fähre – welche Antworten liefert ihr Handy?

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Rätsel in Italien20-Jährige verschwindet auf Fähre – welche Antworten liefert ihr Handy?

Was ist mit der 20-jährigen Kosmetikerin aus Codogno passiert? Sie reiste auf einem Schiff von Genua nach Sizilien, doch an ihrem Ziel kam sie nie an. Ihr Handy liess die Frau auf dem Schiff zurück.

von
Karin Leuthold
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Die 20-jährige Frau reiste am 10. November 2022 auf dem Schiff von Genua nach Sizilien, als sie spurlos verschwand. Ihr 15 Jahre alter Bruder suchte sie am nächsten Morgen auf dem Schiff, fand jedoch nur ihr Handy und ein Sweatshirt.

Die 20-jährige Frau reiste am 10. November 2022 auf dem Schiff von Genua nach Sizilien, als sie spurlos verschwand. Ihr 15 Jahre alter Bruder suchte sie am nächsten Morgen auf dem Schiff, fand jedoch nur ihr Handy und ein Sweatshirt.

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Ihre Eltern sind verzweifelt. «Unmöglich, dass sie beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. Sie hatte so viele Pläne», versichern die Anwälte der Familie, Aldo Ruffino und Paolo Grillo.

Ihre Eltern sind verzweifelt. «Unmöglich, dass sie beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. Sie hatte so viele Pläne», versichern die Anwälte der Familie, Aldo Ruffino und Paolo Grillo.

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Am 25. November gab die Staatsanwaltschaft von Palermo auf Sizilien bekannt, das Handy der vermissten Kosmetikerin untersuchen zu wollen.

Am 25. November gab die Staatsanwaltschaft von Palermo auf Sizilien bekannt, das Handy der vermissten Kosmetikerin untersuchen zu wollen.

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Darum gehts

  • Eine 20 Jahre alte Frau verschwand auf einer Schiffreise von Genua nach Sizilien.

  • Ihre Familie will, dass der Fall von den Behörden untersucht wird.

  • Das Handy soll nun Antworten geben.

Die Eltern der 20-jährigen R. Z.* sind verzweifelt: Ihre Tochter ist in der Nacht auf den 11. November an Bord eines Schiffes von Genua nach Sizilien spurlos verschwunden. Die erste Vermutung der Ermittler und Ermittlerinnen war, dass R. Z. durch einen Sprung ins Meer Suizid begangen haben könnte. Doch die Eltern glauben nicht daran und wollen den rätselhaften Fall aufklären. «Unmöglich, dass sie beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. Sie hatte so viele Pläne», versichern die Anwälte der Familie, Aldo Ruffino und Paolo Grillo.

Nun wird die Staatsanwaltschaft von Palermo auf Sizilien das Handy der vermissten Kosmetikerin untersuchen, wie «Cremona Oggi» berichtet. Das Telefon wurde neben einem ihrer Sweatshirts auf einer Bank auf dem Schiff gefunden. R. Z. hatte noch eine Nachricht während der Reise geschrieben, die allerdings erst verschickt werden konnte, als das Schiff am Hafen von Palermo anlegte.

«Wir befürchten, dass ihr etwas Schlimmes zugestossen ist»

Sie wollte ihren Führerschein machen, sie hatte ihren Lebenslauf herumgeschickt, um einen Job zu finden, sie war fröhlich, sagen die Eltern der Frau zu «Corriere della Sera». «Wir befürchten, dass ihr etwas Schlimmes zugestossen ist, dass sie angegriffen wurde», sagt Anwalt Aldo Ruffino. Er richtet einen Aufruf an alle Reisende an Bord des Schiffes an jenem Abend. «Helfen Sie uns, sie zu finden. Jedes Detail, jede Nachricht kann nützlich sein, um zu verstehen, was passiert ist und sie vielleicht aus einer gefährlichen Situation zu retten.»

R. Z. lebte in Codogno, knapp eine Autostunde von Mailand entfernt. Sie reiste jedoch regelmässig zu ihren Verwandten nach Cinisi auf Sizilien. Am 10. November nahm sie das Schiff zusammen mit ihrem 15-jährigen Bruder. Vor dem Einsteigen hatte sie noch ihre Eltern angerufen, war gut gelaunt und plante einen Besuch im Aquarium. 

Vor der Reise beendete die Vermisste ihre Beziehung

Auf dem Schiff hatten R. Z. und ihr Bruder keine Kabine genommen, sie schliefen auf Sesseln im Salon des Schiffes. Der Teenager kann nicht sagen, wann seine Schwester verschwand, weil er tief geschlafen habe. Am nächsten Morgen suchte er nach ihr, als er sie nicht fand, bat er die Besatzung um Hilfe. Die Fähre wurde komplett durchsucht, aber das einzige, das man dabei fand, waren das Handy und das Sweatshirt auf dem Deck. 

«Ich liebe dich, auf Wiedersehen», lautete die Nachricht, die R. Z. während der Reise geschrieben hatte und die an ihren Ex gerichtet war. Die 20-Jährige hatte kurz vor der Abfahrt eine vier Monate lange Beziehung zu einem Mann beendet.

* Name der Redaktion bekannt

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Suizidgedanken? Oder hast du jemanden durch Suizid verloren?

Hier findest du Hilfe:

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

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