Deutschland: 20-Jähriger erfindet Corona-Testcenter und erbeutet damit 5,7 Millionen Euro
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Deutschland20-Jähriger erfindet Corona-Testcenter und erbeutet damit 5,7 Millionen Euro

Der Mann wurde nun von einem Gericht schuldig gesprochen. Dass es so leicht war, eine solch hohe Summe zu erbeuten, wirkte sich strafmildernd auf das Urteil aus.

von
Jonas Bucher
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Der 20-Jährige musste sich vor dem Amtsgericht Freiburg verantworten.

Der 20-Jährige musste sich vor dem Amtsgericht Freiburg verantworten.

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Das Gericht sprach den Mann des Betrugs schuldig.

Das Gericht sprach den Mann des Betrugs schuldig.

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Das Gericht berücksichtigte den Umstand, dass der Mann so leicht eine grosse Summe ergaunern konnte, als strafmildernd. 

Das Gericht berücksichtigte den Umstand, dass der Mann so leicht eine grosse Summe ergaunern konnte, als strafmildernd. 

imago/Winfried Rothermel

Darum gehts

Ein 20-Jähriger aus Freiburg im Breisgau (D) hat für ein nie betriebenes Corona-Testcenter rund 5,7 Millionen Euro kassiert. Das Amtsgericht hat den jungen Mann nun wegen des Millionenbetrugs schuldig gesprochen. Nach einer Bewährungszeit von einem Jahr wird das Gericht entscheiden, ob der 20-Jährige mit einer Jugendstrafe davonkommt.

Ausserdem wurde der Mann zu einer Zahlung von 1500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung verdonnert – aus erzieherischen Gründen, wie es heisst. Auch die Kosten des Verfahrens gehen zulasten des Mannes. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

«Eine Schnapsidee beim Feiern»

Der junge Mann gab an, dass die Registrierung des Corona-Testcenters «eine Schnapsidee beim Feiern» gewesen sei, wie der Südwestrundfunk SWR berichtet. Er habe damit zeigen wollen, wie einfach es sei, die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hereinzulegen, so der 20-Jährige weiter.

Im August des vergangenen Jahres habe er sich dort mit wenigen Klicks registrieren können. Als Adresse für sein angebliches Testcenter habe er einfach eine Strasse in der Freiburger Partymeile angegeben und schliesslich für die Monate März bis Juni stolze 491’000 Corona-Tests berechnet. Das Gericht berücksichtigte den Umstand, dass der Mann so leicht eine grosse Summe ergaunern konnte, als strafmildernd. 

So habe die Kassenärztliche Vereinigung der Staatsanwaltschaft zufolge den Angaben des Mannes vertraut und die Millionensumme 2021 für den Zeitraum März bis Juni überwiesen. Dies, obwohl diese Summe laut einem KV-Sprecher auch für ein echtes Corona-Testcenter recht hoch gewesen sei. Eine Bank habe dann den Verdacht der Geldwäsche geäussert, woraufhin das Geld wieder zurückgebucht worden sei. 

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