St. Gallen – 20-Jähriger nach Schlägerei tot - Polizei nimmt fünf Tatbeteiligte fest
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St. Gallen20-Jähriger nach Schlägerei tot - Polizei nimmt fünf Tatbeteiligte fest

Nach dem Tod des 20-jährigen R.B. wurden sieben Tatbeteiligte identifiziert und befragt. Fünf davon wurden festgenommen. Ein 24-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft.

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kapo/kat
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Nach der Gewalttat vom 19. September konnte die Polizei alle an der Tat beteiligten Männer identifizieren und befragen. 

Nach der Gewalttat vom 19. September konnte die Polizei alle an der Tat beteiligten Männer identifizieren und befragen.

20Min/Leo Butie
R. B. erlag seinen schweren Verletzungen, die er am 19. September bei einer Auseinandersetzung erlitt. 

R. B. erlag seinen schweren Verletzungen, die er am 19. September bei einer Auseinandersetzung erlitt.

Privat
An der Bahnhofstrasse in St. Gallen ereignete sich der Streit. R.B.* musste mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Spital gebracht werden. 

An der Bahnhofstrasse in St. Gallen ereignete sich der Streit. R.B.* musste mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Spital gebracht werden.

20Min/Shila Ochsner

Darum gehts

  • Nach der Gewalttat, die sich in der Stadt St. Gallen an der Bahnhofstrasse ereignet hat, konnte die Polizei alle Beteiligten ermitteln und befragen.

  • Ein 24-jähriger Kosovare, ein 25-jähriger Schweizer, ein 26-jähriger Schweizer, sowie zwei 29-jährige Kosovaren wurden im Verlauf der letzten Tage festgenommen.

  • Der 24-Jährige befindet sich noch in U-Haft, die anderen wurden wieder auf freien Fuss gesetzt.

Nach der tätlichen Auseinandersetzung vom 19. September, die für den 20-jährigen R.B.*  tödliche Folgen hatte, konnte die Kantonspolizei St. Gallen gemäss jetzigen Ermittlungen alle involvierten Männer identifizieren und befragen. Umfangreiche Ermittlungen, Befragungen von Beschuldigten und Auskunftspersonen sowie Auswertungen von Film- und Fotoaufnahmen führten zu sieben an der Tat beteiligten Männern. Im Verlaufe der letzten zehn Tage wurden fünf der sieben Beteiligten, ein 24-jähriger Kosovare, ein 25-jähriger Schweizer, ein 26-jähriger Schweizer, sowie zwei 29-jährige Kosovaren, festgenommen, heisst es in der Mitteilung.

Zudem sind der Polizei ein 20-jähriger Schweizer und ein 22-jähriger Deutscher als Tatbeteiligte bekannt. Der 24-jährige Kosovare ist in Untersuchungshaft. Die anderen Männer wurden wieder auf freien Fuss gesetzt. Insgesamt wurden fünf Hausdurchsuchungen durchgeführt. Gemäss jetzigen Erkenntnissen war bei der tätlichen Auseinandersetzung keine Waffe im Spiel. Der genaue Tatablauf und die effektive Tatbeteiligung werden nun unter der Leitung der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen und durch die Fachdienste der Kantonspolizei St. Gallen ermittelt.

Schwierige gesellschaftliche Situation

Sowohl die Kantons- wie die Stadtpolizei St. Gallen stellten seit Juli 2021 eine erhöhte Gewaltbereitschaft fest. Man sei sich der Problematik bewusst, heisst es in der Mitteilung weiter. Daraus würden sich taktische Massnahmen ergeben. Vermutet wird ein allfälliger Zusammenhang mit der schwierigen aktuellen gesellschaftlichen Situation und dem damit verbundenen Konsum von Alkohol im Ausgang.

Seit Anfang Juli bis Ende September kam es in der Stadt St. Gallen zu 40 Gewaltdelikten. Darunter fallen verschiedene Delikte wie zum Beispiel: Raub, Körperverletzung oder Tätlichkeiten. Ob es wirklich mehr Vorfälle als in anderen Jahren gibt, lässt sich erst anhand der nächsten Kriminalstatistik für das Jahr 2021 abschliessend beurteilen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist jedoch von einem Anstieg auszugehen.

*Name der Redaktion bekannt

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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