Aktualisiert 22.04.2014 15:47

Jubiläums-Konzerte20 Jahre Bird's Eye Jazz Club Basel

Der Bird's Eye Jazz Club feiert dieses Jahr sein zwei Jahrzente langes Bestehen. Laufend hat sich das Lokal erfolgreich der Zeit angepasst und lockt immer mehr Publikum an.

von
mj
Stephan Kurmann, Bassist, Komponist sowie Gründer und künstlerischer Leiter des Bird's Eye in seinem Club in Basel.

Stephan Kurmann, Bassist, Komponist sowie Gründer und künstlerischer Leiter des Bird's Eye in seinem Club in Basel.

Einst gegründet in einer Industriebrache mit einfachster Einrichtung, glänzt der Basler Club heute als Altstadt-Bijou. Von Musikern weitum geschätzt, zieht er auch immer mehr Fans an, letztes Jahr kamen sogar zehn Prozent mehr. Der Club mit 100 Stühlen zählte rund 10'000 Gäste.

Jazz wird in vielen Lokalen in der Schweiz gespielt, aber nur wenige spielen ihn durchgehend. Im Bird's Eye bieten fünf Tage in der Woche Profis aus dem In- und Ausland bezahlbaren live Jazz dar.

Zeiten ändern sich

Mit 50 Prozent Auslastung ist der Gründer und künstlerische Leiter Stephan Kurmann sehr zufrieden, wie er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA sagt. Selber Bassist, spürte er damals das Bedürfnis nach einer Jazzer-Stube und begann einfach und nur mit dem Wesentlichen, ohne weit voraus zu planen. Der pragmatische Fokus auf musikalische Qualität hat ihm 2013 den Suisa-Stiftungs-Jazzpreis für sein Schaffen eingebracht, explizit auch für das Bird's Eye.

Die Veränderungen in 20 Jahren seien enorm, sagt Kurmann – Rauchen etwa ist verboten und Alkohol weniger gefragt. Schlossen die Türen einst um ein Uhr morgens nach dem dritten Set, so gibt es heute nur noch zwei Sets und kürzere Pausen: Das Publikum – pro Jahr gibt es über 200 Konzertabende – wolle früher nach Hause.

Über 200 Konzertabende jährlich

Trägervereins-Präsidentin und Mäzenin Beatrice Oeri, die den Clubbetrieb umsichtig leitet und als diskrete Gastgeberin und Jazzfan persönlich Musiker betreut, ermöglicht ein hochstehendes und breites Programm. Grössere Lokale müssen mehr Plätze verkaufen, was die stilistischen Freiheiten beschneidet.

Nach den ersten zwanzig Jahren steht das Bird's Eye solide da, hat ein Jahresbudget von rund einer Million Franken, Tendenz steigend. Davon ist ein Viertel selbst erwirtschaftet. Die übrigen 650'000 Franken setzen sich aus Subventionen von Baselland (35'000 Fr.) und Basel-Stadt (60'000 Fr.) und privaten Spenden zusammen.

Weil heutzutage Downloads und Streaming den Tonträgerabsatz erodieren lassen, drängen viele Bands auf die Bühnen. Trotz Konkurrenz steigen die Gagen – jedenfalls wenn man wie das Bird's Eye fair bezahlen will. Das füllt den Kalender und macht unflexibler: der Club ist bis Herbst 2015 schon fast ausgebucht. Für spontane Anfragen will Kurmann daher ab diesem Herbst extra Zeitfenster offen halten.

Gratiskonzerte während Jubiläumsfeier

Für Kurmann selber war «sein» Club rückblickend sowohl Lust als auch Last: Die Dreifachbelastung als Musiker, jahrelang Alleinerziehender und künstlerischer Leiter habe ihn sogar nachdenken lassen, ob er noch auftreten will. Heute überwiege wieder die Lust und er hat auch wieder Luft zum selber Auftreten.

Dieses Jahr lässt sich das Bird's Eye besonders feiern: im Sommer sind an fünf Tagen in Parks öffentliche Gratiskonzerte geplant. Zudem treten Bands aus dem Bird's-Eye-Programm in Clubs und an Festivals in der ganzen Schweiz mit so genannten «Partnerkonzerten» auf.

Weitere Infos unter: www.birdseye.ch (mj/sda)

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