Aktualisiert 30.06.2020 10:15

Verbindung zu Zürcher «Superspreader»-Event

20 Menschen stecken sich in Bar in Spreitenbach an

In Spreitenbach haben sich 20 Personen in einer Bar angesteckt. Der Vorfall soll in Verbindung stehen mit dem «Superspreader»-Event in Zürich.

von
Thomas Mathis, Daniel Waldmeier
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In der Tesla-Bar in Spreitenbach haben sich über 20 Personen mit Corona infiziert.

In der Tesla-Bar in Spreitenbach haben sich über 20 Personen mit Corona infiziert.

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In der Bar befanden sich rund 100 Personen.

In der Bar befanden sich rund 100 Personen.

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Laut dem Kanton Aargau besteht ein Zusammenhang mit dem «Superspreader»-Event im Zürcher Club Flamingo.

Laut dem Kanton Aargau besteht ein Zusammenhang mit dem «Superspreader»-Event im Zürcher Club Flamingo.

20 Minuten

Darum gehts

  • In Spreitenbach haben sich in einer Bar über 20 Personen mit dem Coronavirus angesteckt.
  • Es gibt einen Zusammenhang mit dem «Superspreader»-Event im Zürcher Club Flamingo.

Nach dem ersten «Superspreader»-Event in einem Zürcher Club ist am Montag auch ein Corona-Hotspot im Kanton Aargau bekannt geworden. In der Tesla-Bar in Spreitenbach haben sich an einem Abend über 20 Personen mit dem Coronavirus angesteckt, wie Tele M1 berichtet. Wie es in einer entsprechenden Mitteilung des Kantons Aargau heisst, haben sich insgesamt etwa hundert Menschen in der Bar aufgehalten. Die Abklärungen laufen, damit die Kontaktpersonen gefunden und informiert werden können. Wo nötig werde eine Quarantäne angeordnet.

Die Tesla-Bar befindet sich im Industrie-Quartier von Spreitenbach: Hier haben sich an einem Abend 20 Personen angesteckt.

Die Tesla-Bar befindet sich im Industrie-Quartier von Spreitenbach: Hier haben sich an einem Abend 20 Personen angesteckt.

Auch der Betreiber der Tesla-Bar hat sich mit dem Coronavirus angesteckt, wie er zu 20 Minuten sagt. Symptome habe er keine. Den Betreibern bekannte Personen hätten entweder keine Symptome oder leichtes Fieber und Husten. Sie hätten am Freitag nach dem Anruf des Kantons alle Mitarbeiter nach Hause geschickt und die Bar sofort geschlossen. Zum Schutzkonzept sagt er: «Wir sind den Anforderungen der Behörden nachgekommen.»

Verbindung zum Superspreader-Event in Zürich

Laut dem Kanton wird das Schutzkonzept der Bar überprüft. Die Bar sei vom Betreiber bis mindestens Ende Woche geschlossen worden.

Die Analyse der Infektionsketten zeigte, dass die Ansteckungen mit grosser Wahrscheinlichkeit mit dem «Superspreader»-Event in Zürich zusammenhängt. Ein Mann, der in einem Stadtzürcher Club anwesend war, wurde positiv auf Covid-19 getestet. Fünf weitere Personen, die mit ihm im Club waren, entwickelten daraufhin Symptome und wurden ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet. 300 Gäste müssen in eine zehntägige Quarantäne.

Die Kompetenz- und Koordinationsstelle für das Contact Tracing im Kanton Aargau sei auf korrekt geführte Präsenzlisten angewiesen, um die Infektionsketten rechtzeitig mit Isolations- und Quarantänemassnahmen unterbrechen zu können, heisst es in der Mitteilung weiter. Dazu gehören insbesondere die Präsenzlisten, wenn sowohl der Abstand wie auch andere Schutzmassnahmen, wie Masken, nicht eingehalten werden können.

Das sagt der Experte

«Genau solche Ausbrüche haben wir erwartet», sagt Epidemiologe Marcel Tanner, der Mitglied der Taskforce des Bundes ist. Es würden nun immer wieder Nester von Infektionen auftreten, es werde keine flächendeckende zweite Welle geben. «Wichtig ist, dass gezielt und schnell eingegriffen wird, um eine weitere Verbreitung zu verhindern», so Tanner.

Hier sieht er Kantone und Betreiber in der Pflicht. «Das Contact Tracing muss schneller werden. Wenn die Clubgäste einige Tage nach der Ansteckung nicht in Quarantäne sind, ist das zu langsam.» Man müsse jetzt zügig lernen und verbessern.» Aber auch die Bevölkerung stehe in der Pflicht, die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Schutzkonzepte der Betreiber rigoros zu befolgen.


Tanner befürwortet etwa eine ID-Pflicht, wenn sich Leute bei den Clubs in die Listen eintragen. «Es ist verantwortungslos, unvollständige oder falsche Angaben zu machen oder die gemachten Angaben nicht zu kontrollieren.» Eine generelle Schliessung von Clubs oder Bars erachtet er als nicht sinnvoll. «Das Ziel muss sein, dass wir alle die Corona-Regeln des Bundes einhalten. Es macht mir Sorge, dass sie derzeit zu wenig strikt eingehalten werden: Nur zusammen können wir wieder zur Normalität zurückfinden.»

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