G-8: 20 Milliarden für Ägypten und Tunesien
Aktualisiert

G-820 Milliarden für Ägypten und Tunesien

Die G8-Staaten wollen den demokratischen Wandel in Nordafrika mit Finanzhilfen in Höhe von 20 Milliarden Dollar absichern. Weitere Gelder wurden in Aussicht gestellt.

Geld für Nordafrika: Nicolas Sarkozy und die Chefs der G-8-Länder helfen mit 20 Milliarden Dollar.

Geld für Nordafrika: Nicolas Sarkozy und die Chefs der G-8-Länder helfen mit 20 Milliarden Dollar.

Ägypten und Tunesien sollen bis 2013 insgesamt 20 Milliarden Dollar erhalten. Diese Kreditzusagen machten internationale Förderbanken am Freitag zum Abschluss des G8-Gipfels im französischen Deauville.

Zu den Krediten der Förderbanken an Ägypten und Tunesien kommen nach Angaben von Diplomaten noch weitere Milliardenbeiträge unter anderem der EU und anderer Länder. Die EU wird in den kommenden zwei Jahren zusätzlich 1,3 Milliarden Euro zahlen. Das gab die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bekannt.

Nach französischen Delegationsangaben sollten insgesamt 40 Milliarden Dollar an Zusagen für die Umbruchstaaten in Nordafrika zusammenkommen: Die Hälfte von den Entwicklungsbanken, und 20 weitere Milliarden Dollar an bilateraler Hilfe aus den G-8-Staaten und aus reicheren Ländern in der Golfregion.

«Grosse Chance»

Der «arabische Frühling» biete grosse Chancen und grosse Herausforderungen, sagte US-Präsident Barack Obama. Die G8-Staaten wollten die demokratischen Übergänge in Ägypten und Tunesien stabilisieren und helfen, dass die Jugend neue Zukunftschancen erhalte.

An der Sitzung am Freitag nahmen auch Vertreter der Arabischen Liga, der Afrikanischen Union, der Vereinten Nationen, der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds teil.

Für grosszügige Hilfen hatte sich neben Obama vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel eingesetzt. In Ägypten, dem grössten arabischen Land, und in Tunesien hatten friedliche Demonstranten ihre Herrscher innerhalb weniger Wochen von der Macht vertrieben.

Die Europäer fürchten grosse Flüchtlingsströme, falls sich die verheerende Wirtschaftslage in den beiden Ländern nicht rasch bessert. Die G8 bestehen aus den grossen Industriestaaten USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan und Russland.

Gaddafi muss weg

Ein weiteres Gipfelthema war Libyen, wo sich Diktator Muammar al-Gaddafi zwei Monate nach Beginn der NATO-Militäraktion noch immer an der Macht hält.

Der Sender France 2 berichtete, Frankreich, Grossbritannien, die USA sowie Italien und Kanada hätten über das weitere Vorgehen beraten. Obama sagte am Freitag, man sei sich einig, dass der Kampfeinsatz gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi Fortschritte mache.

Russland soll vermitteln

Allerdings sei das Mandat der UNO, die Zivilbevölkerung zu schützen, so lange nicht erfüllt, wie Gaddafi seine Waffen gegen seine Zivilbevölkerung einsetze.

Obama und sein französischer Kollege Nicolas Sarkozy stellten klar, dass die NATO-Luftangriffe weitergehen müssten, bis Gaddafi die Macht abgibt. «Wir sind entschlossen, die Arbeit zu Ende zu bringen», sagte Obama vor Journalisten.

Zugleich gab es in Deauville aber auch erste Ansätze, den Konflikt in Libyen durch Vermittlung beizulegen. Russland sei zur Vermittlungstätigkeit aufgefordert worden, liess der Kreml in Moskau verlauten.

Gewalt in Syrien verurteilt

In ihrer Abschlusserklärung verurteilen die G8-Staaten am Freitag auch die gewaltsame Unterdrückung der demokratischen Proteste in Syrien. Sie forderten das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu Reformen auf.

Am Donnerstag hatten die Staats- und Regierungschefs vor allem über die Themen Nuklearsicherheit und Internet gesprochen. Die Gruppe der acht setzt sich schärfere Sicherheitsstandards für die Kernenergie zum Ziel.

(sda)

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