Grosswangen LU: 20 Minuten fordert den Kegel-König zum Duell
Aktualisiert

Grosswangen LU20 Minuten fordert den Kegel-König zum Duell

Fridolin Wicki ist Schweizermeister im Kegeln und gewann nun auch den Einzelcup der Schweizerischen Freien Keglervereinigung. 20 Minuten hat ihn herausgefordert.

von
Noah Knüsel

Das grosse Duell im 20 Minuten-Video. (Video: gwa)

Der 66-Jährige aus Emmenbrücke ist ein alter Hase – seit über 40 Jahren kegelt er. Bevor wir loslegen in der Kegelbahn der «Pinte» in Grosswangen, gibt mir der Routinier ein paar Tipps: «Oberkörper gerade, die Kugel locker halten. Ein paar Mal mit gestrecktem Arm schwingen, dann einen grossen Ausfallschritt und die Kugel mit Gefühl auf der Bahn platzieren.» Wichtig sei, der Kugel kurz vor dem Loslassen einen kleinen Auswärtsdrall zu geben, denn die Kegelbahn hat bis ganz vorne eine Steigung von 2,5 bis 3 Zentimetern. Dadurch rollt die Kugel immer weiter nach innen.

Wir werfen einige Kugeln zum Einwärmen. Schnell merke ich: Meine bisherigen Kegelerfahrungen, die sich auf einige bierselige Abende mit Freunden beschränken, helfen hier nicht viel. Kegeln muss man mit viel Gefühl, es kommt auf die Details an. Wicki: «Ich habe 14 Jahre lang gekegelt, bevor ich mit der Spitze mithalten konnte.» Eine grosse Herausforderung ist auch, dass jede Kegelbahn etwas anders ist. In seinem Heft steht für beinahe jede Bahn der Schweiz genau, wie viele Zentimeter rechts oder links von der Mitte er stehen muss, um die Steigung optimal auszugleichen.

Schon beim Einwärmen fast nur Neuner

Dass Wicki einer der Besten ist, merkt man sofort, schon beim Einspielen wirft er fast nur Neuner. Doch auch in mir sieht der Meister ein gewisses Talent: «Gar nicht schlecht», meint er nach einem halbwegs gelungenen Wurf fast schon anerkennend. Ich muss gestehen: Ein bisschen stolz bin ich schon.

Jetzt aber fertig mit Vorgeplänkel, los geht das Duell. Jeder wirft zehn Mal, bei neun Kegeln können also maximal 90 Punkte geholt werden. Wie ich mich geschlagen habe, sehen Sie im Video oben. Ich verrate nur so viel über den Ausgang – der Kegel-Gott sagte nach dem Spiel: «Eigentlich bin ich mit dem Resultat nicht zufrieden.»

300 bis 400 Würfe pro Wettkampftag

Worin liegt denn für Wicki die Faszination dieses Sports, dass er ihn auch noch nach mehr als 40 Jahren noch mit Begeisterung ausübt? «Für mich ist es ein guter Ausgleich, man muss mental immer voll da sein und natürlich benötigt man Kondition.» An einem Wettkampftag hat der Emmenbrücker früher 300 bis 400 Würfe gemacht, heute sind es noch etwa 150 bis 300. Rund 100 Tage im Jahr verbringt er heute noch auf Kegelbahnen. Das kann auch ungesund sein: «Man muss locker sein und darf nicht mit zu viel Kraft werfen, sonst zeigen sich schnell Abnutzungserscheinungen», erklärt der Kegelmeister. «Mit Rücken- oder Gelenkproblemen kann man das Kegeln sowieso vergessen.»

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Wir spielen gegen einen Luzerner Töggeler-Crack und werden eiskalt abgetrocknet.

Unterschiede zwischen Bowlen und Kegeln

Kegeln funktioniert fast gleich wie das bekanntere Bowlen. Allerdings gibt es einige Unterschiede: Beim Ersteren sind neun Kegel rautenförmig, beim Zweiteren zehn Kegel in Form einer Pyramide angeordnet. Und: «Beim Bowlen benötigt man mehr Kraft, die Bahnen sind länger», erklärt Fridolin Wicki. Auch hat man beim Bowlen zwei Würfe, bevor die Kegel neu aufgestellt werden, beim Kegeln nur einen.

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