Hungerstreik: 20 Parlamentarier wollen Auskunft von Nestlé
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Hungerstreik20 Parlamentarier wollen Auskunft von Nestlé

In Kolumbien sind vier Gewerkschaftsmitglieder und Arbeiter von Nestlé in den Hungerstreik getreten. Jetzt erhalten sie Unterstützung von Schweizer Politikern.

von
whr
Auf ihrer Internetseite hat Sinaltrainal ein Bild aufgeschaltet, dass die vier Hungerstreikenden am Eingang der Nestlé-Fabrik in Bugalagrande zeige. (Bild: sinaltrainal.org)

Auf ihrer Internetseite hat Sinaltrainal ein Bild aufgeschaltet, dass die vier Hungerstreikenden am Eingang der Nestlé-Fabrik in Bugalagrande zeige. (Bild: sinaltrainal.org)

In Kolumbien sind vier Gewerkschaftsmitglieder und Arbeiter von Nestlé in den Hungerstreik getreten. Sie fordern, dass der Konzern den Gesamtarbeitsvertrag vollumfänglich erfülle, den er mit der Gewerkschaft Sinaltrainal unterzeichnet habe.

Anstatt sich an den Vertrag zu halten, bezichtige Nestlé Sinaltrainal, zu Gewalt und Sabotage-Akten aufzurufen, schreibt der in Liebefeld BE ansässige Verein Multiwatch in einer Mitteilung vom Mittwoch. Neu eingestellte Arbeitnehmende würden gedrängt, der erst vergangenes Jahr gegründeten Konkurrenzgewerkschaft Sintraimagra beizutreten.

In einem offenen Brief an Nestlé-CEO Paul Bulcke fordern 20 Parlamentarier das Unternehmen auf unverzüglich Gespräche mit der Gewerkschaft aufzunehmen. Nestlé Kolumbien gehe «erschreckend rücksichtslos» gegen die Arbeiter vor.

14 Nestlé-Mitarbeiter ermordet?

Auf ihrer Internetseite hat Sinaltrainal ein Bild aufgeschaltet, dass die vier Hungerstreikenden am Eingang der Nestlé-Fabrik in Bugalagrande zeige. Nestlé solle aufhören, Sinaltrainal zu delegitimieren und diffamieren, denn dies sei für die Gewerkschafter lebensgefährlich, würden sie doch zur Zielscheibe von Paramilitärs, heisst es in einem Schreiben an Nestlé-Chef Paul Bulcke.

Darin verweist Multiwatch darauf, dass in der Vergangenheit 14 Nestlé-Arbeiter ermordet worden seien, weitere hätten Attentate überlebt oder hätten die Region wegen Drohungen verlassen.

Nestlé weist Schuld von sich

Der Nahrungsmittelkonzern weist die Schuld von sich. Die Anschuldigungen und Andeutungen vonseiten Sinaltrainals würden jeglicher Grundlage entbehren, teilte Nestlé auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mit.

Nestlé verurteile jede Art von Gewalt aufs Schärfste. Dies habe der Konzern sowohl öffentlich als auch in den direkten Begegnungen mit der Gewerkschaft stets betont. «Was zusätzlichen Schutz für bedrohte Gewerkschaftsmitglieder betrifft, haben wir Sinaltrainal jederzeit unterstützt, so auch in der ersten Jahreshälfte 2013 mit Spezialkrediten und flexibler Arbeitszeit», heisst es weiter.

Zudem sei Nestlé stets zum Dialog mit allen Arbeitern und ihren Gewerkschaftsverbänden bereit. «Wir bedauern, dass Sinaltrainal diesen Weg gewählt hat, um ihrem Protest Ausdruck zu geben.» (whr/sda)

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